Dienstag, 20. Oktober
Slam-Poeten kämpften um den Whisky

Der VierWortStätterSlam ist am Freitagabend in seine zweite Runde gegangen. Acht Poeten aus der ganzen Schweiz haben sich im Restaurant Rössli zum Wettbewerb eingefunden – darunter zwei Küssnachter.

cb. Per Los wurden zwei Slam-Poeten ausgewählt, die gegeneinander antreten mussten. Sechs Minuten Zeit blieb ihnen, mit ihren selbstgeschriebenen Texten um die Gunst des Publikums zu wetteifern. Der Applauspegel des zahlreich erschienenen Publikums wurde per Dezibelmessgerät erfasst und entschied, welcher der beiden Poeten eine Runde weiterkam. Präsentiert wurden politische Texte, Texte aus dem Alltag, Tiefgründiges oder einfach nur Nonsens.

Einen überzeugenden Auftritt legte auch das Moderatorenduo Matthias Niederberger und Matthias Büeler hin, welches mit träfen Sprüchen vom einen zum nächsten Poeten überleitete. Für musikalische Unterhaltung nach dem Slam sorgte DJ Flash Gordon Bleu aus Küssnacht.

Zwei Poeten aus dem Rigidorf
Megy Imhof, bekannt von der alten Fasnacht als Zeitungsfrau Juliette, wärmte das Publikum mit einem Vortrag über das Älterwerden auf, der ausser Konkurrenz lief. In typischen Juliette-Reimen gab sie zu, bereits mit 27 mit den ersten Altersproblemen konfrontiert worden zu sein, als sie vom Staffel runterhüpfte und einige Jugendliche Hüahoo Alter Schimmel anstimmten. Doch Poetry Slams hätten diesen Namen nicht verdient, wenn sie nicht auch einmal tiefgründig werden dürften. Alva Hagner aus Küssnacht wurde diesem Anspruch gerecht, indem sie das Publikum tief blicken und Gefühlswelten ergründen liess.

Berner trug Sieg davon
Den zweiten VierWortStätterSlam für sich entscheiden konnte Valerio Moser aus Langenthal. Der Berner, der bereits zahlreiche Auftritte an der Offni Bühni in Küssnacht bestritten hat, gelangte mit seinem Bus in den Halbfinal. Im Text beschrieb er, völlig unpolitisch, die Begegnungen eines Pendlers mit dem Bus, den er täglich besteigt. Unterstrichen hat er den Text mit einer Prise Rap, die ihm die Jubelrufe aus dem Publikum garantierten. Mit Bus siegte er gegen Adrian Merz aus Burgdorf, der mit seiner bildhaften Beschreibung eines Besuchs der Dentalhygienikerin haarscharf an der Halbfinalqualifikation vorbeischlitterte.

Alle Gegner geschlagen
Im Halbfinal siegte Moser gegen den erst 17 Jahre alten Marius Portmann aus Zürich. Mosers Geschichte über ein Grosi, dass die neuen Medien entdeckt, schwang klar obenauf – nur schon die Tonwechsel in der Stimme zwischen Grosi und Enkel waren urkomisch.

Doch auch Portmann schlug sich wacker mit einem Text, in dem er vom Umsteigen auf einer Zugfahrt berichtete, die er genaustens durchgeplant hatte. Im Finale trat Moser gegen den Stadtberner Kay Wieoimmer an, der sich in all seinen Texten mit Politik, Gesellschaftsfragen und seiner Herkunft auseinandersetzt. Moser erklomm das Siegespodest mit der Beschreibung eines Gegenstandes im Museum – eine Annäherungsgeschichte zum Schiessen, worin er den Gegenstand seiner Begierde mit einem der Moderatoren ersetzte und eine Flirt-Attacke startete. Der frenetische Applaus bestätigte seinen Sieg.

Das Video zum Slam