Dienstag, 29. August 2017
Ein Älpler mit Leib und Seele

Von Juni bis September leitet Adrian Werder das Grüscher Älpli im Prättigau. Mit der immensen Verantwortung und Belastung geht der junge Küssnachter routiniert um.

fab. In der Familie Werder vom Rigacher ist das Älplern Tradition. Adrian Werder ist bereits zum fünften Mal Senn auf dem Grüscher Älpli im Prättigau und verarbeitet über 80000 Liter Milch von 100 Kühen zu Käse, Butter und Ziger. Daneben sömmert er mit seinem dreiköpfigen Team Dutzende Mutterkühe und Kälber, Schweine und Ziegen.

Die Souveränität, die Adrian Werder bei der Arbeit ausstrahlt, täuscht über sein junges Alter hinweg. Gerade mal 24-jährig ist der Bauernsohn. Er verbringt bereits den siebten Sommer auf dem Grüscher Älpli. In seinen ersten beiden Jahren schwang dort sein ältester Bruder Bruno das Zepter und Adrian diente als Kuhirt. Von Bruno und im Sennenkurs lernte er käsen und trat vor fünf Jahren in dessen Fussstapfen. Seither ist Adrian Werder der Senn und damit Chef dreier noch jüngerer Mitarbeiter.

Jung - und bereits routiniert
Dass ein derart junger Bauer eine grosse Genossenschaftsalp führt, ist doch eher selten. Als er mit 20 Jahren zum ersten Mal als Senn eingestellt wurde, seien die Alpbestösser schon etwas skeptisch gewesen, erinnert sich Werder. Doch nach einer Woche hätten sie ihre erste Butter erhalten, «und wenn das Produkt gut ist, wirst du geachtet.» Geholfen habe natürlich auch, dass ihm sein Bruder vorangegangen sei. Trotzdem verlangte ihm sein erster Alpsommer als Senn alles ab. «Ich setzte mich fast etwas zu sehr unter Druck, stets alles recht zu machen», erzählt Werder. Mittlerweile sei vieles aber zur Routine geworden.

Adrian Werders Freude am Älplern überwiegt die Strapazen. «Man muss es im Herz haben», sagt er – und man nimmt ihm seine Leidenschaft sofort ab. Wenn der Frühling nahe, «chribele» es ihn jeweils schon wieder, ziehe es ihn z'Alp, sagt Werder, der bis zu Beginn der Alpsaison bei Richard Bühlers Garten- und Forstbetrieb auf der Allmig angestellt war. Das Älplervirus packte ihn bereits als Primarschüler, als er zum ersten Mal z'Alp durfte.

Wie es auf dem Grüscher Älpli zu und her geht, lesen Sie in unserer aktuellen Dienstagsausgabe.