72hanfzigaretten WEB2Freitag, 8. September 2017
«Hanfzigis handhaben wir wie Zigarren»

Hanfzigaretten sehen aus wie normale – und riechen wie Joints. Der typische Gras-Duft ist nicht jedes Gastes Sache. Ein generelles Verbot hält der Gastroverband aber für falsch, wie Vorstandsmitglied René Kunz erklärt.

su. «Hanfzigaretten waren ein grosses Thema an der letzten Sitzung», sagt René Kunz. Der Küssnachter ist Co-Präsident von Gastro Innerschwyz und Vorstandsmitglied beim Kantonalverband Gastro Schwyz und führt das Tells Pub am Küssnachter Hauptplatz.

Dort ist, anders als bei vielen anderen Mitgliedern, das Rauchen erlaubt – weshalb Kunz auch am ehesten mit Hanfzigaretten in Berührung kommt. «Ich hatte schon Gäste die sagten, sie bekämen Kopfweh von dem Gestank. Draussen stören sie weniger, wie etwa in der Badi Küssnacht, wo auch schon Hanfzigaretten geraucht wurden.»

Auch wenn der typische Gras-Duft nicht jedermanns Sache ist: Hanfzigaretten betriebsübergreifend zu verbieten hält der Gastroverband für falsch. «Wir beschlossen, sie gleich zu handhaben wie Zigarren oder Stumpen, die grundsätzlich auch erlaubt sind. Wenn viel Qualm entsteht halten wir die Raucher dazu an, Rücksicht auf die anderen Gäste zu nehmen.»

Kunz: «Ich bin nicht die Polizei»
Er persönlich sei selber noch nie eingeschritten oder habe jemanden aufgefordert, die Hanfzigarette auszumachen. «Ich bin nicht die Polizei», stellt Kunz klar. «Ich hoffe einfach, dass sie nur die legalen Heimatzigaretten geraucht haben – und nicht sonst irgendwas.»

Da es vom gleichen Hersteller auch Rolltabak gebe und die selbstgedrehten Zigaretten aussehen wie Joints, sei es für die Gastrobetreiber schlicht «nicht kontrollierbar», was sie enthalten: Das sogenannte CBD, das legal ist, oder aber das verbotene THC, den psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze. «Wir zählen hier voll auf unsere Gäste – und darauf, dass wir nicht angelogen werden.»