Montag, 18. Dezember 2017
Wünsche: Wie man sie richtig formuliert

Wünsche haben wir nicht nur zu Weihnachten. Manuela Petzold weiss, wie man die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie erfüllt werden. Die Kommunikationsexpertin entlarvt Stolpersteine und zeigt Optimierungsmöglichkeiten.

su. «Ich hab die Nase voll. Alles muss ich hier alleine machen.» Jetzt, in der hektischen Vorweihnachtszeit, hörten oder machten vielleicht auch Sie eine solche Aussage. «Fällt so ein Satz», beschreibt Manuela Petzold die gängige Reaktion, «sitzen alle betroffen da und ziehen ein langes Gesicht.» Damit sei niemandem geholfen. «Höre ich den gleichen Satz mit anderen Ohren», weiss die Kommunikationsexpertin aus Merlischachen, «erkenne ich das Gefühl und das Bedürfnis, das dahinter steckt: Jenes nach Unterstützung, weil man erschöpft ist.»

Die grosse Angst vor einem Nein
Oftmals bleiben Wünsche auch unausgesprochen. Stattdessen fordert man vom Gegenüber Unmögliches: Wünsche von den Lippen abzulesen. «Was uns daran hindert, um etwas zu bitten, ist häufig die Angst vor einem Nein.» Aus ähnlichen Gründen äussern wir sie manchmal auf seltsame Weise: Weil wir uns nicht als bedürftig zeigen wollen und ein Nein als persönliche Ablehnung werten würden. «Wenn jemand Nein sagt», relativiert Petzold, «sagt er oft auch Ja zu einem eigenen Bedürfnis, das bei ihm gerade Vorrang hat.» Umso wichtiger sei es, sich über die Bedürfnisse von sich selbst und anderen klar zu werden.

In der aktuellen Dienstagausgabe bespricht Manuela Petzold konkrete Fallbeispiele und zeigt, wie man Wünsche – im Optimalfall – äussern sollte.