Freitag, 22. Dezember 2017
Ab in den Schnee – aber mit Vorsicht

Die Festtage laden zu Aktivitäten im Schnee – auch abseits der Piste. Gedankenlos sollte man sich aber nicht in den Tiefschnee stürzen.

fab. Diesen Winter bleibt das Klagelied der Skiliftbetreiber aus. Im Vorfeld der Festtage hat der Winter die Schweiz in Beschlag genommen. Vom Wallis bis zum Säntis liegt deutlich mehr Schnee als üblich. Auf der Rigi türmt er sich auf eineinhalb Meter. Nur einmal in den letzten 45 Jahren wurde diese Marke übertroffen.
Das freut nicht nur die Pistenskifahrer und Touristiker, sondern auch all jene, die sich den Rummel auf den Skipisten nicht antun wollen. Sie finden abseits davon tief verschneites Gelände in Hülle und Fülle – und im Optimalfall erst noch herrlichen Pulverschnee.

Boom abseits der Piste
Schneeschuh- und Skitouren boomen seit einigen Jahren. Das kann jeder beobachten, der sich regelmässig im Tiefschnee bewegt. «Die Leute suchen einen Ausgleich zum Alltag. Sie wollen weg von der Piste und in der Natur etwas noch Intensiveres erleben», glaubt Aurelia Gabriel, Präsidentin der Ortsgruppe Rigi des SAC Pilatus. Der Boom äussert sich bei den Küssnachter SAClern auch in steigenden Teilnehmerzahlen am jährlichen Lawinenkurs. 16 Skitouren hat die Ortsgruppe Rigi für diesen Winter ausgeschrieben. Skitouren haben bei den hiesigen Bergsportlern traditionell ein groses Gewicht. Gabriel erklärt sich das auch damit, dass es im Sommer deutlich mehr Alternativen zum Bergsport gibt als im Winter, wo das Sportangebot an der frischen Luft begrenzt ist.

Vorbereitung ist wichtig
Aurelia Gabriel ist gewappnet für die Feiertage. «Meine Tourenski liegen parat», sagt sie. Über das Tourenziel spricht sie sich jeweils mit Kollegen ab. Gerade bei Skitouren ist eine langfristige Planung kaum möglich, müssen Touren doch neben der eigenen Fitness, Fähigkeit und Erfahrung stets auch den Schneeverhältnissen, der Wetterprognose und vor allem der Lawinensituation angepasst werden. Wer auf Ski- oder Schneeschuhtouren geht, sollte sich keinesfalls unvorbereitet in den Tiefschnee stürzen. Bei Tourentipps bleibt Gabriel entsprechend zurückhaltend: «Je nach Erfahrung und Kenntnis» empfiehlt sie Schneeschuhsportlern Winterwanderungen auf der Rigi. Auf ausgeschilderten Trails könnten Unerfahrene mal ausprobieren, ob das etwas für sie sei. Markierte Schneeschuhtrails gibt es mittlerweile allenthalben: Auf der Ibergeregg, dem Glaubenberg, dem Stoos, dem Wirzweli oder der Melchsee-Frutt zum Beispiel.

Gefahren nicht unterschätzen
Für einfache Skitouren zeigt Gabriel in Richtung des inneren Kantonsteils. «Das Laucherenstöckli bei der Ibergeregg zum Beispiel eignet sich für Skitouren-Anfänger», sagt sie, koppelt daran sogleich aber einen Sicherheitshinweis – nicht nur für Skitourengänger, sondern auch für Schneeschuhläufer. Schon bei der Vorbereitung müssten sich alle Tourensportler von Anfang an klar darüber werden, in welchem Gelände sie sich frei bewegen werden. «Selbst auf der Rigi kann man an gewissen Hängen Lawinen auslösen, wenn man nicht achtgibt», sagt Gabriel. Sie rät deshalb nicht nur unerfahrenen, sondern auch ambitionierteren Schneeschuhgängern zur Teilnahme an Lawinenkursen und zum Kauf einer entsprechenden Ausrüstung – damit das Vergnügen im pulvrigen Weiss nicht mit einem Unfall endet.