Montag, 9. Juli 2018
Minderjährige kommen in Zürich unter

Im Oktober schliesst das ‹Haus der Jugend›. Die minderjährigen Asylsuchenden ziehen in zwei Zürcher Unterkünfte, weil der Kanton Schwyz keinen geeigneten Platz für sie hat.

fab. Ab Oktober ist das ‹Haus der Jugend› in Immensee Geschichte. Eine dauerhafte Anschlusslösung hat der Kanton bislang nicht gefunden. Die Minderjährigen werden deshalb vorerst in zwei Unterkünften im Kanton Zürich untergebracht. Diese Übergangslösung wirft Fragen auf – auch politische. Denn die Situation ist eigentlich klar: Die Kantone sind verpflichtet, unbegleitete minderjährige Asylsuchende adäquat unterzubringen und zu betreuen. Das ist alles andere als einfach und mit hohen Kosten verbunden. Entsprechend froh war darum das Schwyzer Migrationsamt, als es vor zwei Jahren in einem Gebäude des Missionshauses Bethlehem das Haus der Jugend eröffnen konnte – eine auf die spezifischen Bedürfnisse der jungen Asylsuchenden zugeschnittene, jedoch befristete Unterkunft.

Kanton will Eigentumgsstrategie verfolgen
Mittlerweile ist die Zahl der Minderjährigen im Haus der Jugend auf 20 geschrumpft. Ihre Bedürfnisse und Rechte sind unverändert: Sie brauchen ein stabiles Umfeld, das sie in ihrer persönlichen Entwicklung möglichst fördert, denn nun stellen sie wichtige Weichen für ihre Zukunft. Die kantonale Sozialdirektorenkonferenz rät daher dringend zur Kontinuität von Unterbringungslösungen. Damit der Kanton Schwyz diesen Empfehlungen nachkommen könnte, bräuchte er genügend eigene Infrastruktur – und die hat er nach wie vor nicht. Nun allerdings gelobt er einen Strategiewechsel. Für die Jugendlichen des Hauses der Jugend kommt er jedoch zu spät.

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