web48frauenstreik 1991 3 Freitag, 14. Juni 2019
Frauenstreik stösst auf geteiltes Echo

Die Erstauflage des Frauenstreiks ignorierte der ‹Freier Schweizer› 1991 beinahe gänzlich. Anders heute, bei der Reprise – denn Gleichstellungsdefizite gibt es nach wie vor.

fab. Der Kanton Schwyz war für Frauen stets ein hartes Pflaster. Wäre es nach den Schwyzern gegangen, hätten sie weder 1971 das Stimmrecht erhalten, noch wären sie den Männern 1981 in der Bundesverfassung gleichgestellt worden. Selbst die etwas liberaleren Küssnachter stimmten beide Male mehrheitlich Nein: 1971 zu 52,6 Prozent, 1981 zu 57,8 Prozent.

Die ‹Freie Schweizerin›
Der ‹FS› ging damals redaktionell nicht auf die beiden Abstimmungen ein. Auch der Frauenstreik vom 14. Juni 1991 war nicht mehr als eine Randnotiz. Er wurde bloss in Einsendungen thematisiert. Diese klafften indes weit auseinander: Während eine Leserin all ihre Schuhe verschenken wollte, weil sie fortan auf Händen getragen würde, freute sich eine andere, am Frauenstreiktag arbeiten zu gehen. Schliesslich sei sie ja gesund.
Seit 1991 hat sich freilich einiges getan – auch auf der ‹FS›-Redaktion. Und diesmal schenkt sie dem Frauenstreiktag gebührende redaktionelle Aufmerksamkeit. Ausnahmsweise erscheint heute daher die ‹Freie Schweizerin›.

Meinungen gehen auseinander
Mehr Frauen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, Lohngleichheit, Schutz vor sexueller Belästigung und Anerkennung und Ausbau der Care-Arbeit: Vier Forderungen stellt das Schwyzer Frauenstreikkomitee – und die seien «mehr als gerechtfertigt», findet etwa Julia Vonwyl. Die Küssnachter Primarlehrerin wird heute Nachmittag am Streik teilnehmen, während ein männlicher Kollege ihre Klasse übernimmt. Vonwyls Meinung teilen auch Männer, wie eine Umfrage des ‹FS› zeigt – aber längst nicht alle Frauen.

Was Einheimische über den Frauenstreiktag und das Thema Gleichstellung denken, lesen Sie in unserer akutellen Freitagsausgabe.