| Keine Luftsprünge wegen Absage |
| Donnerstag, 23. Oktober 2008 | |
![]() Nicht nur zur Freude der Anwohner in den Quartieren, sondern vor allem die jungen Skater wären dankbar gewesen, wenn der Bezirksrat die Kosten für einen Skatepark ins Budget für 2009 aufgenommen hätte. chr. Aufgrund der Kosten und der Schwerpunkt auf anderen Projekten, hat es der Bezirksrat abgelehnt, die Kosten für einen Skatepark in Höhe von 220 000 Franken mit in das Budget für 2009 zu nehmen. Spricht man die Kinder mit ihren Inlineskates und BMX-Fahhrrädern im Quartier an, finden sie für ihre Enttäuschung klare Worte. So auch der 11-Jährige Pascal Ulrich aus dem Sagiweg-Quartier: «Wir müssen überall weg, doch für einen Skatepark ist man dann doch nicht. Obwohl unsere Eltern genug Steuern zahlen.» Und Jonas Arnold schliesst sich an: «Es ist sehr schade, dass das Projekt abgelehnt wurde. Dabei würden wir auch alle mitarbeiten, um den Skatepark zu realisieren.» Die Brüder Kevin und Brian Paulino haben mit anderen in der Projektgruppe Skatepark mitgearbeitet und sind sehr enttäuscht, dass der Skatepark trotz grosser Resonanz bei den Kinder und Jugendlichen erstmal nicht umgesetzt wird. Für sie ist das ganze Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Brain Paulino: «Das ganze ist sicher noch nicht fertig. Es geht darum, nicht faul auf der Haut zu liegen.» Verständnis für Problematik Mutter Judith Portmann hat sich gemeinsam mit ihrem Sohn Luca Portmann in der Projektgruppe engagiert und vertritt zu der nicht Aufnahme in die Geschäfte einen deutlichen Standpunkt. «Es ist grotesk, dass der Bezirk für ein Parkhaus 14 Millionen Franken aufbringen kann, 200 000 Franken für die Kinder und Jugendlichen im Bezirk jedoch zuviel sind. Warum wird nicht etwas für die Jüngeren gemacht?» Judith Portmann ist sich bewusst, dass der Skateboarden, Inlineskaten und BMX-Fahren kein Massensport ist, «aber es gibt doch auch eine Schwinghalle oder ein Eisfeld. Und Schwingen ist ja auch eher eine Minderheiten-Sportart.» Judith Portmann unterstützt Luca bei seiner Freizeitbeschäftigung. «Ich fahre ihn in die Skateparks nach Sarnen, Zug, Rotkreuz und auch Meggen, denn in den Quartieren in Küssnacht verärgern die lauten Skateboards immer wieder die Anwohner.» Judith Portmann hat grundsätzlich Verständnis für die Lärmproblematik. «Auch bei uns im Wohnviertel ist es extrem laut, wenn die Kinder skaten. Gerade deshalb wäre es sehr nötig, einen Ort zu schaffen, an dem die Kinder niemanden stören, denn viele Anwohner können dafür absolut keine Toleranz aufbringen.» Unterstützung von Baufirmen? Die Skatepark-Projektgruppenleiterin Beatrice Buri musste die schlechte Nachricht überbringen. «Wir nehmen es erstmal zu Kenntnis, dass der Bezirksrat aus finanziellen Gründen so entschieden hat.» Doch die 400 gesammelten Unterschriften sind für sie ein klares Zeichen, dass ein Bedarf nach einem Skatepark besteht. «40 Prozent der Schüler haben sich mit einer Unterschrift dafür eingesetzt. Und auch in der Projektgruppe spüre ich ein starkes Engagement, dass die einzelnen Skater Verantwortung übernehmen wollen.» Für Beatrice Buri gibt es mehrere Varianten, wie es jetzt weiter gehen könnte: «Entweder lassen wir das Projekt ganz fallen oder verschieben es um ein weiteres Jahr. Oder wir bemühen uns bei einem aktuellen Bauvorhaben darum, dass dort ein Skatepark integriert werden kann, denn die grössten Kosten entstehen durch die Planierung des Platzes.» Judith Portmann geht sogar noch einen Schritt weiter. Neben der Freiwilligen-Arbeit der Kinder und Eltern würde sie auch die Möglichkeit sehen, bei einheimischen Baufirmen um eine Sponsoring anzufragen. «In den ortsansässigen Baufirmen sind bestimmt auch viele Mitarbeiter beschäftigt, die selber Kinder haben und den Skatepark nutzen würden.» Gesamtkonzept Prävention und Früherkennung Auch Bezirksrat Emil Looser, der das Projekt im Bezirksrat vertritt, ist enttäuscht. «Vor allem haben diese jungen Menschen keine Lobby, wie beispielsweise die Vereine. Ich stehe voll hinter dem Projekt und habe auch noch Hoffnung.» Denn für Emil Looser gäbe es verschiedene Möglichkeiten der Realisation: zum Einen der Direktantrag an der Budgetgemeinde oder auch durch eine Einzelinitiative, die jemand einreichen könnte. Grundsätzlich sieht er es als Aufgabe vom Staat, etwas für die Kinder und Jugendlichen zu tun. «Der Skatepark würde genau in unser Gesamtkonzept von Prävention und Früherkennung passen. Denn es geht auch um die Jüngeren, die nicht herumgammeln sollen.» Die Projektgruppe berät sich nächsten Mittwoch, um das weitere Vorgehen zu besprechen. |