| Achtung Minergie: Hier kommt Holz100 |
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| Donnerstag, 22. Juli 2010 | |
![]() An der Seeburgstrasse 3 entsteht das erste Holz100-Haus im Bezirk Küssnacht. Es spart Energie, ist sehr brandsicher und bietet hohen Schallschutz. Bauherrin Rita Diener hat sich jedoch vor allem zur Steigerung ihrer Gesundheit für dieses Holzbau-System entschieden. avd. «Sagenweidli-Haus wurde abgebrochen» titelte unsere Zeitung am 26. Juli 1996. Seither hat sich Besitzerin Rita Diener eine Menge Gedanken gemacht, was sie wie auf dem Grundstück bauen lassen soll. Bei der Küssnachterin spielt die Gesundheit eine wichtige Rolle. «Eines Tages stiess ich auf Unterlagen von der österreichischen Firma Thoma.» Diese hat ein neues Holzbaukonzept erfunden, was Diener sehr interessiert hat. So sehr, dass sie mit ihrem Partner Matthias Ehrler letztes Jahr die Sommerferien in Österreich verbracht und dort die Familie des Erfinders kennengelernt hat. «Wir liessen uns einige dieser Bauten zeigen und uns vom System überzeugen.» 100 Prozent Holz Beim sogenannten Holz100-System werden Kanthölzer und Bretter stehend, liegend und diagonal zu kompakten Bauelementen geschichtet. Staubtrockene, ungeleimte Buchenholzdübel durchdringen diese Schichten. Die Dübel nehmen an ihrem neuen Ort Restfeuchtigkeit auf und quellen unlösbar in die umgebenden Hölzer hinein und verbinden sie zu einem massiven Ganzen. Das ganze System besteht zu 100 Prozent aus nachwachsendem, PEFC-zertifiziertem Holz. Dieses wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen September und Januar geschlagen. Feuer hat kaum eine Chance Ein Holz100-Haus hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Es gibt keine Kältebrücken, es atmet in allen Bauteilen und braucht deshalb keine künstliche Belüftung. Im Winter bleibt es im Haus wohlig warm, im Sommer angenehm kühl. Durch die gute Dämmung können die Heizkosten auf ein Minimum reduziert werden. Auch Lärm und Strahlung kommen kaum durch die Holzelemente. Was bei einem Holzhaus überrascht, ist die hohe Brandsicherheit. Ein Holz100-Haus hält einer 150-minütigen Beflammung mit 900 bis 1000 Grad stand. Damit ist es sicherer als Riegel- und sogar Stahl-Beton-Bauten. Neben diesen Vorteilen hat bei Rita Diener vor allem der gesundheitliche Aspekt den Ausschlag gegeben. «Es wird kein Leim verwendet, der Schlaf ist nachweislich besser und der Herzschlag wird ruhiger», erklärt die medizinische Masseurin. Darüber hinaus achtete sie vor dem Bau auf eine Wasserader, die auf ihrem Grundstück verläuft und beim Innenausbau wird die Bodenheizung unter dem Bett ausgespart. Die Heizung wird im Übrigen über eine Luft-/Wasserpumpe betrieben. Solarkollektoren auf dem Dach liefern weitere Energie. Aufrichte am 23. August «Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Aufrichte die Holzelemente aus der Nähe zu betrachten», sagt Rita Diener. Die Aufrichte findet voraussichtlich am 23. August statt. Was entsteht an der Seeburgstrasse 3 überhaupt? «Es wird ein Dreifamilienhaus mit zwei 41⁄2-Zimmer-Wohnun-gen und einer 31⁄2-Zimmer-Attika-wohnung», erklärt Rita Diener. Die Wohnungen werden voraussichtlich im kommenden Frühling zur Miete bezugsbereit sein. Michael Lutz, Umweltbeauftragter des Bezirks Küssnacht, findet das Holz100-Haus ein gutes Beispiel für die private Umsetzung des Energiestadt-Labels, insbesondere weil mit Holz als Werkstoff die Herstellungsenergie sehr gering gehalten werden kann: «Ich begrüsse aber generell innovative Bauherren und Planer.» Auch die lokalen Unternehmen mit ihren Neu- und Umbauten im Minergiestandard beweisen, dass sie mit der Zeit gehen. Lutz: «Hier geht etwas. Ganz im Sinne des Energiestadt-Slogans Unser Beitrag für die Zukunft» |
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