| Alter ist kein Sonderfall |
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| Donnerstag, 17. November 2011 | |
![]() Die Menschen in unserer westlichen Gesellschaft werden immer älter. Das Alter ist dadurch zu einer Lebensphase geworden, mit der es sich intensiver zu beschäftigen gilt. Schwester Liliane Juchli nahm sich dieser Thematik am Montag an. cb. Die Veranstaltung im Monséjour zum Thema Alter – Glücksfall oder Problemzeit? war ein voller Erfolg. Rund 90 Personen wohnten den Referaten am Nachmittag bei, rund 25 jenen am Abend. Die Inhalte waren an beiden Veranstaltungen die gleichen «nur hatte das Publikum am Nachmittag etwas grauere Haare», sagte Lenz Lothenbach vom Seniorentreff gegenüber dem FS. Grund dafür: Die Nachmittagsveranstaltung richtete sich an die Senioren, während jene am Abend Interessierte in der aktiven Lebensphase ansprach. Neue Begriffe des Alters Als Referentin durfte Pfarrer Werner Fleischmann die renommierte Ingenbohler Schwester Liliane Juchli (siehe Kasten) ansagen. In fünf Thesen präsentierte sie ein Bild vom Alter, das sich in den letzten Jahrzehnten enorm gewandelt hat. War das Alter einst mit negativen Begriffen wie Abstieg, Lebensrest, Abbau, passivem Ruhestand und Sonderfall konnotiert, schlug Juchli in den fünf Thesen eine Abkehr von diesen Begriffen vor. «Wir sind mehr als nur arbeitende Menschen», sagte sie. Diesbezüglich dürfe das Alter nicht als Lebensabstieg verstanden werden; eher als Weg zu einer neuen Fruchtbarkeit anstelle der biologischen. Zur Verbildlichung des Abstiegs, der zum eigentlichen Aufstieg wird, diente ihr das Märchen Hans im Glück. Kein blosser Lebensrest Das Alter sei heute ein Lebenszeitraum mit eigenem Wert, führte Juchli aus. Während Alter einst Armut, rasch zunehmende Gebrechlichkeit und früher Tod bedeutete, sind heute langsames Altern, finanzielle Sicherheit durch die AHV sowie später Tod zum Standard geworden. «Wir sind die erste Generation, die sich zum Alter effektiv Gedanken machen muss. Wir werden nach der Pension rund 25 bis 30 Jahre weiterleben, was nicht als blosser Lebensrest betrachtet werden kann», so Juchli. Das Alter sei Umbau, nicht Abbau: «Der alte Mensch darf es (das Alter) geniessen, er muss es aber auch gestalten.» Dabei sei es wichtig, die Herausforderungen des Alters als Chance und Möglichkeit zu nutzen. Das Alter ist nach Juchli kein Sonderfall, sondern eine Lebensphase als normaler Bestandteil der Biographie. Von Bärten und Albert Anker Auch der reformierte Küssnachter Pfarrer Peter Ruch machte sich Gedanken zum Alter. Ausgehend vom Bart als Zeichen des körperlichen Älterwerdens, ging er darauf ein, wie die Älteren die Jungen an die Tatsache erinnern, dass der Alterungsprozess unumgänglich ist. Anhand der Bilder von Albert Anker wies er aber auf die Tatsache hin, dass die Vermittlung von Wissen nicht nur immer von Alt nach Jung, sondern auch umgekehrt geschehen könne. Dienste rund ums Alter Auf die Referate von Juchli und Ruch folgten Informationen von Elisabeth Zwicker, die anstelle von Roman Lang die Infostelle für Altersfragen näher vorstellte. Lenz Lothenbach erzählte darauf von der Entstehung des Seniorentreffs und von dessen Aktivitäten, die jährlich stattfinden. In einem letzten Teil ging Elisabeth Zwicker auf den Besuchsdienst der Pfarrei ein, der seit mehr als sechs Jahren existiert. «Heute sind wir 16 Leute, die in unterschiedlicher Intensität ältere oder einsame Leute besuchen.» Die dritte, aktive Generation könne hier etwas für die 4. Generation tun, «damit das Leben lebenswerter wird.» |
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