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Auf dass der Ernstfall nie eintritt Drucken E-Mail
Donnerstag, 30. Juni 2011
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Am letzten Dienstag übten der Veterinärdienst Schweiz, der Kantonstierarzt der Urkantone und die Chemiewehr Uri die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche – auf einem Hof in Küssnacht.






avd. Ein paar Kühe von Felix Knüsel  auf dem Hof Erli in Küssnacht haben hohes Fieber, geben kaum Milch, fressen wenig und es bilden sich Blasen an ihren Mäulern, Zungen, Klauen und Zitzen.

Das Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) bestätigt am letzten Dienstag den Verdacht von Maul- und Klauenseuche (MKS). Es ist ein landesweiter Test zu deren Bekämpfung. Der Ernstfall in den Urkantonen wurde am letzten Dienstag in Küssnacht geprobt.

Für Menschen ungefährlich
MKS wird von einem Virus hervorgerufen und verbreitet sich rasant unter allen Klauentieren. Derzeit grassiert es in Japan und Südkorea. Die Schweiz war letztmals vor rund 50 Jahren schwer betroffen. Alle infizierten Tiere müssen getötet werden.

Für Menschen ist das Virus ungefährlich, obschon sie es weiterverbreiten. «Das gilt auch für kontaminierte Waren und andere Tiere wie zum Beispiel Schweine», sagt Kantonstierarzt Josef Risi.

Für den Hof von Felix Knüsel heisst das: alle Tiere müssten getötet
werden, der Hof wird weiträumig abgesperrt und die Chemiewehr Uri beginnt mit einer gründlichen Dekontamination. Gleichzeitig ermittelt das Veterinäramt der Urkantone Viehtransport- und Warenwege, um weitere infizierte Tiere zu finden und eine MKS-Verbreitung zu verhindern.

Teil der Autobahn wäre gesperrt
Im Ernstfall würden alle getöteten Tiere von einer Spezialfirma abgeholt. Deren LKW muss wie alle auf dem Hof befindlichen Personen eine Dekontaminationsstrasse passieren. Ausserdem werden grossräumig sämtliche Verkehrswege gesperrt. Beim sogenannten Stand-still (Stillstand) würde die A4 im inneren Kantonsteil für 72 Stunden abgeriegelt.

Der dadurch entstehende direkte Schaden wäre beträchtlich. Aber das ist nicht alles. Weil die Verkehrswege während einer bestimmten Zeit blockiert werden und weniger Milchprodukte sowie andere bäuerliche Erzeugnisse auf den Markt kämen, ergibt sich auch ein grosser Schaden für die Volkswirtschaft.

Volkswirtschaftlicher Schaden enorm
Beim Ausbruch von MKS 2001 in Grossbritannien wurden 6 Millionen Tiere getötet. Der finanzielle Schaden belief sich auf rund 12 Milliarden Euro. Kantonstierarzt Josef Risi spricht bei einem ähnlichen Fall in der Schweiz gar von einem GAU.

Sepp Schmidt, Vizedirektor des Bundesamts für Veterinärwesen, mahnt davor, in Panik auszubrechen, «denn obwohl die Gefahr eines Ausbruchs in der Schweiz immer vorhanden ist – wir sind gut vorbereitet.»

Das zeigte sich auch am letzten Dienstag in Küssnacht. Und Bauer Felix Knüsel war froh, dass es nur ein Test war und seine Tiere sich bester Gesundheit erfreuen.
 
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