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Badespass trotz Algen und Seegras Drucken E-Mail
Donnerstag, 16. Juli 2009
56badimerlischachen2

Das Wetter und andere Umwelteinflüsse sorgten in den letzten Wochen für wucherndes Seegras und  angeschwemmte Algen in der Badi Merlischachen.




avd. «So stark war die Badi Merlischachen noch nie von Algen und Seegras befallen», sagte Alexander Eisenmann, der in der Badi die Merula-Bar führt. Es hätten sich auch schon zahlreiche Badegäste daran gestört. Eisenmann wandte sich an den Umweltbeauftragten des Bezirks, Michael Lutz. Dieser nahm am letzten Montag vor Ort einen Augenschein.

Seekuh wird erst nächstes Jahr abgrasen
«Bei den Algen kann man nicht viel machen», erklärte Lutz, «Sobald man sie abschöpft, können sie wieder angeschwemmt werden.» Das Seegras kann mit einem Seereinigungsboot, Seekuh genannt, beseitigt werden, aber das ist nicht so kurzfristig möglich. «So schlimm wie vor drei Jahren am Seequai in Küssnacht ist es aber bei weitem nicht», fügt Lutz an. Laut Eisenmann musste die Seekuh in Merlischachen schon vor zwei Jahren eingesetzt werden: «Die Algen und das Seegras füllten zwei Heuwagen.»
Nun bespricht Michael Lutz mit dem Werkdienst die nötigen Massnahmen, damit der Badespass in der ansonsten sehr beliebten Badi wieder ungetrübt ist. «Ich habe Gäste aus Meggen und Luzern, die unsere idyllische, kleine Badi sehr schätzen», so Eisenmann, der betont, dass es sich trotz allem sehr lohnt, diese kleine Oase aufzusuchen. Schliesslich wurde erst kürzlich die Wasserqualität bei Badeorten in der Zentralschweiz geprüft und Küssnacht, Immensee und Merlischachen schnitten mit sehr gut ab.
Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass an Gewittertagen die Bäche etwas Gülle in den See schwemmen. «Die ausgeschwemmten Mengen sind die Summe aller Belastungen im stark landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet. Es ist nicht etwa eine Güllengrube, die rinnt, sondern die Nährstoffe werden bei Gewitter aus dem Land ausgeschwemmt», gibt Lutz Entwarnung. Der Schaum sieht etwas unappetitlich aus und es werden so Nährstoffe in den Vierwaldstättersee gespült. Dies wiederum begünstigt das Algen- und damit das Fischwachstum. Dennoch ist der Vierwaldstättersee weitaus sauberer als kranke Seen wie der Sempachersee, wo zwar die Fischerträge höher sind, dafür auch die Wasserqualität schlechter ist.Wann die Seereinigung vorgenommen wird, ist noch nicht klar, Eisenmann pocht auf einen raschen Einsatz: «Schliesslich ist jetzt Ferienzeit.»
Laut Bezirk ist ein Einsatz der Seekuh erst im kommenden Jahr vorgesehen und auch die Kontrollen zu Beginn der Badesaison haben keine Dringlichkeit für einen Einsatz gezeigt. Michael Lutz ortet das Problem denn auch eher in den klebrigen Algen, als in den einzelnen Seegrasfäden. «Wir werden uns wohl vor allem darauf konzentrieren müssen, die Algenteppiche abzufischen.»
Und Lutz pflichtet einem anderen Badegast bei, der meint: «Es ist halt ein
lebendiger See und nicht ein Pool.» Dieser lässt sich die Freude am Tauchen denn auch nicht nehmen und fügt hinzu: «Aber das Seegras dürfen Sie nicht schneiden, da sind die Hechte drin!»
 
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