| Bahnhofprojekt: Operation am offenen Bahnherzen |
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| Montag, 23. August 2010 | |
![]() In diesem Herbst beginnen die ersten Vorarbeiten zum Um- und Ausbau des Bahnhofs Küssnacht. Für Stefan Betschart, Projektleiter bei der SBB, ist Bauen unter laufendem Bahnbetrieb eine Herausforderung. avd. Gemäss der letzten Mitteilung der SBB beginnen die ersten Vorarbeiten in diesem Herbst. Was wird genau gemacht? Stefan Betschart: Es handelt sich dabei um Vorarbeiten auf dem Bahnhofsplatz, welche den Bahnbetrieb noch nicht tangieren. Die Bauteams erstellen beispielsweise die Installationsplätze, platzieren die Container und passen das Verkehrsregime auf dem Bahnhofplatz hinsichtlich der Bauarbeiten an. So verschiebt sich beispielsweise der Wendeplatz der Busse in einen Teil der P+Rail-Anlage. Gibt es dafür schon ein genaueres Datum? Nein, der genaue Baubeginn ist noch nicht bekannt. Die Vergabe der Bauarbeiten läuft zurzeit noch. Im nächsten Jahr sollen die Hauptarbeiten beginnen. Gibt es auch hier genauere Daten? Die genauen Daten kommunizieren wir selbstverständlich noch. Anfang Frühling 2011 verschieben wir die Zugskreuzungen im Bahnhof Küss-nacht nach Immensee. So können wir im Bahnhof ein Gleis ausser Betrieb nehmen und den geplanten Mittelperron halbseitig erstellen. Im Sommer wechseln wir die Seite und stellen den Mittelperron bis Anfang Herbst 2011 fertig. Dann nehmen wir ihn und die neue, durchgehende Unterführung in Betrieb. In der letzten Phase, also ab Herbst, erstellen wir bis Ende 2011 den überdachten Busbahnhof auf dem Bahnhofplatz. Bis Mitte 2012 finden auf dem Bahnhofplatz nur noch Fertigstellungsarbeiten statt, wie zum Beispiel der Einbau des Deckbelags oder das Anbringen der Markierungen. Ebenfalls im nächsten Jahr findet in Küssnacht das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest statt. Es werden Tausende Besucher erwartet. Wie richtet sich die SBB mit dem im Bau befindlichen Bahnhof darauf ein? Zu diesem Zeitpunkt finden die Hauptarbeiten auf der Hangseite statt, sprich der Bahnhofplatz steht den Fest-Besucherinnen und Besuchern grösstenteils zur Verfügung. Die Besucher können ab Bahnhofplatz ein- und aussteigen und müssen keine Gleise überschreiten. Mit welchen Beeinträchtigungen ist während der Bauphase zu rechnen? Während der gesamten Bauzeit erstellen wir zwei provisorische Perrons: Von Frühling bis Sommer einen provisorischen Mittelperron, von Sommer bis Herbst 2011 einen provisorischen Hausperron, beide mit neuen Zugängen. Zusätzlich wird die P+Rail-Anlage während der Bauzeit etwas eingeschränkt, damit die Busse weiterhin wenden können. Im Personenverkehr ist von Frühling bis Herbst 2011 mit geringfügigen Fahrplananpassungen im Minutenbereich zu rechnen. Müssen Bahnersatzbusse eingesetzt werden? Wenn ja, wann? Das ist vereinzelt von Frühling bis Herbst 2011 in Randstunden möglich, aber noch nicht definitiv bestimmt. Selbstverständlich werden wir gegebenenfalls die Kundinnen und Kunden frühzeitig informieren. Beim Bahnhof-Areal in Küssnacht herrschen enge Platzverhältnisse. Wie wirkt sich das auf den Busverkehr aus? Kann das Bus-Provisorium in Betrieb bleiben? Das Bus-Provisorium bleibt bis auf die Schlussphase in Betrieb. Erst wenn der neue, überdachte Busbahnhof erstellt wird, müssen die Anlegekanten temporär verschoben werden, bis diese dann definitiv am neuen Ort angefahren werden können. Das Areal ist nicht nur eng, sondern auch an einer Hanglage. Sind deshalb spezielle Vorkehrungen geplant? Der Bau auf der Hangseite bedingt eine aufwändigere Bauweise mit Stützmassnahmen. Talseitig wurde bereits im Zusammenhang mit den provisorischen Busanlegekanten eine Stützmauer erstellt. Diese genügt und muss nicht angepasst werden. Welches sind die grössten Herausforderungen beim Ausbau des Bahnhofs? Bauen unter laufendem Bahnbetrieb ist stets eine Herausforderung, eine Operation am offenen Bahnherzen. Ein besonderes Augenmerk gilt unseren Kundinnen und Kunden: Sie sollen trotz reger Bautätigkeit rasch und ohne grosse Einschränkungen zu den Zügen und auf den Bahnhofplatz gelangen. Ursprünglich war die Eröffnung auf Dezember 2011 geplant. Jetzt wird der Bahnhof voraussichtlich Mitte 2012 fertig. Offenbar wurde der Planungsauftrag SBB-intern zu spät erteilt. Warum? Die Eröffnung ist nach wie vor für Dezember 2011 geplant. Danach finden lediglich Fertigstellungsarbeiten bis Mitte 2012 statt. Das Projekt ist mit der bereits vorliegenden Baubewilligung auf Kurs. Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit dem Küssnachter Bezirksrat? Die SBB pflegt eine gute Zusammenarbeit mit dem Bezirk Küssnacht. Dies drückt sich speziell in diesem Projekt aus, wo verschiedene Verkehrsmittel in einem Projekt zu einer Gesamtanlage optimiert werden und in der Funktionalität aufeinander abgestimmt werden. Dazu müssen alle am gleichen Strick ziehen – davon profitieren alle Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs. Welchen Stellenwert hat das Projekt bei Ihnen persönlich? Das Projekt ist spannend und herausfordernd. Wir verknüpfen Bus und Bahn in Küssnacht noch besser. Das hat nicht nur für mich, sondern vor allem auch für die Kundinnen und Kunden einen hohen Stellenwert. |
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