| Bekommt Dorfzentrum bald ein neues Gesicht? |
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| Donnerstag, 27. Oktober 2011 | |
![]() Unter dem Begriff flankierende Massnahmen (FLAMA) können sich nur wenige etwas vorstellen. Der Begriff Umgestaltung des Dorfzentrums ist da schon verständlicher. Genau um diese Umgestaltung ging es am Mittwochabend in einer öffentlichen Infoveranstaltung. cb. Im Rahmen der Südumfahrung wird auch das Dorfzentrum eine Umgestaltung erfahren. Geschäftseigentümer und Direktanstösser im Dorfzentrum wurden von Bezirksrat Michael Fuchs bereits im März über die flankierenden Massnahmen informiert und konnten ihre Anliegen und Wünsche einbringen. Fuchs ist im Rahmen der FLAMA Ansprechperson des Bezirksrats. Rund die halbe Aula Ebnet 2 war am Mittwochabend mit Zuhörerinnen und Zuhörern gefüllt – das Thema war von Interesse. Zentrum nicht abriegeln Michael Fuchs wies in seiner Präsentation darauf hin, dass die Südumfahrung als Gesamtsystem zu verstehen sei. Dieses umfasst neben der Umfahrung auch die Kalendariaspange (Verbindung Zuger- und Artherstrasse), Entwicklungsgebiete am Dorfrand, ein Parkraumkonzept sowie die Entwicklung im Zentrum. Ziel des Systems Südumfahrung sei es einerseits, das Dorfzentrum vom Verkehr zu entlasten, «doch wir wollen das Zentrum nicht abriegeln», so Fuchs. Damit das Zentrum vom Durchgangsverkehr umfahren werde, brauche es die flankierenden Massnahmen. «Wenn wir keine flankierenden Massnahmen realisieren, ist die Versuchung gross, von Luzern aus ins Zentrum zu fahren.» So soll beispielsweise im Rahmen der FLAMA der Zugang von der Luzernerstrasse ins Dorf über die Litzi gesperrt werden. Ohne diesen Zugang werde man psychologisch direkt auf die Nord- bzw. Südumfahrung geleitet. Halbierung des jetzigen Verkehrs Ziel der flankierenden Massnahmen ist es, dass der grosse Verkehr auf der Südumfahrung stattfindet. «Eine gezielte Lenkung des Verkehrs heisst nicht, dass es im Dorfzentrum keinen Verkehr mehr gibt. Vorgesehen ist etwa eine Halbierung des jetzigen Verkehrs», so Fuchs. Ein weiteres Ziel der flankierenden Massnahmen sei die städtebauliche Aufwertung: «Durch die FLAMA entsteht automatisch mehr Platz, beispielsweise im Trottoirbereich.» Mit den FLAMA wird zudem eine Steigerung von Sicherheit und Komfort für den Langsamverkehr angestrebt. Auch Lärm- und Schadstoffbelastung sollen reduziert werden. Ebenso wichtig sei der öV: «Im Bereich des öffentlichen Verkehrs müssen die Anschlüsse an Züge und Busse garantiert werden können.» Vorgesehen sind die FLAMA vor allem für den ersten Abschnitt der Südumfahrung, sprich für das Dorfzentrum. «Für den zweiten Abschnitt bestehen bereits Planungsansätze», so Fuchs. Torfunktion und Parkraum Damit sich Autofahrer bewusst sind, dass sie ins Dorfzentrum einfahren, sollen sogenannte Tore den Eingang ins Zentrum verdeutlichen. «Sie dürfen nun nicht denken, dass wir irgendwelche Tore bauen», erklärte Fuchs. «Die Tore sind Strassenteile, die umgestaltet werden, um den Ein- oder Ausgang in den Dorfkern zu verdeutlichen.» Ein grosses Thema, das laut Fuchs in den Gesprächen im Vorfeld immer wieder fiel, sei der Parkraum. «Wenn wir das Dorfzentrum beruhigen wollen, müssen wir den Verkehr in Parkhäuser lotsen.» Seit Jahren werde an einem Parkraumkonzept gearbeitet, dieses habe mit der Ablehnung des Parkhauses beim Monséjour jedoch eine Wende erfahren: «Die Parkflächen bleiben dort, wie sie sind. Beim Seeplatz ist es unser Ziel, die Parkplätze irgendwann zu reduzieren.» Zukünftige Parkplätze sieht der Bezirk beispielsweise im Bereich vom Kiesplatz hinter dem Coop oder in der Räbmatt. Diese können allerdings nur zusammen mit privaten Bauprojekten realisiert werden. Die zukünftige Strassengestaltung beinhaltet möglicherweise eine klassische Baum-Allee um die Tore hervorzuheben. Die Bahnhofstrasse würde gemäss dieser Idee zudem ganz mit einer Allee, versehen. «Zu den Torsituationen liegt heute noch keine Detailplanung vor. Es bleibt noch Zeit und Raum, um herauszufinden was ideal ist.» Keine Einbahn Mit drei Visualisierungen zum Hauptplatz und zur Bahnhof- und Oberdorfstrasse gab Fuchs den Anwesenden ein Bild davon, wie das Küssnachter Dorfzentrum künftig aussehen könnte. Gerade das Dorfzentrum könne durch das Wegfallen des Kreisels enorm vom Platz profitieren. Es gebe viele Möglichkeiten für Restaurants oder für grössere Anlässe. Befürchtungen, die Strasse werde durch alle FLAMA zu schmal, konnte Fuchs dementieren: «Lastwagen kommen auch auf den neugestalteten Strassen aneinander vorbei. Einfach nicht mit 50 km/h.» Eine Einbahn durchs ganze Dorf, wie sie noch in zahlreichen Köpfen rumspuke, sei nicht geplant. Tempo 30 oder gar 20? In der anschliessenden Fragerunde kam das Thema Tempo 30 oder 20 auf. Fuchs konnte diesbezüglich einzig sagen, dass es das Ziel sei, im Dorfzentrum ein Langsamverkehrs-regime einzuführen. «Das neue System kann alles beinhalten.» Entschieden sei jedoch noch nichts. Armin Stutz fand die simple Antwort zum Tempo: Das Tempo müsse so gewählt sein, dass der öV pünktlich verkehren könne. Weiter wurden klare Fussgängerführungen im Dorf gewünscht (bspw. Fussgängerstreifen), damit auch Kinder wissen, wo sie die Strasse überqueren sollen. Kurt Annen schlug vor, vermehrt Jugendliche ins Boot zu holen, wenn es um die Entwicklung unseres Dorfkernes gehe. Fuchs nahm die Idee auf. Die Frage, wie es bei einem Nein zum 2. Abschnitt aussehe, sorgte abschliessend für grosse Diskussionen. «Ich sehe einzig als Vergleich, wie es in Ausserschwyz läuft, wo vor kurzer Zeit ein sehr grosses Umfahrungs-projekt abgelehnt wurde», sagte Fuchs. Die nachfolgende Planung sei dann schwierig und das Projekt könnte allenfalls weit nach hinten geschoben werden. «Ist denn Spielraum da, bezüglich der 2. Etappe?», war die Anschlussfrage. Harry Beringer vom Verein Variante Lang beantwortete diese und riet der IG gedeckte Südumfahrung erneut, eine Einzelinitiative einzureichen. Peter Baumann von der IG antwortete, dass man dies in einer Sitzung Anfang November nochmals überlege, wie es auf Seite der IG weitergehe. |
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