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Bezirk macht Gegenvorschlag Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. März 2008
umfahrung
Der Bezirksrat stellt der Einzelinitiative Stucki einen Gegenvorschlag gegenüber, weil er der Meinung ist, dass die Südumfahrung auch ohne finanzielles Risiko gebaut werden kann. Bezirksrätin Carole Mayor nimmt Stellung.


Was halten Sie von der Vollumfahrung, wie sie Thomas  Stucki erneut vorschlägt?
Carole Mayor: Die Küssnachterinnen und Küssnachter wollen die Südumfahrung, weil sie die Lebensqualität verbessern wird. Daran zweifelt niemand. Wie die Einzelinitiative Stucki will der Bezirk die ganze Umfahrung realisieren. Und auch der Bezirk möchte die Umfahrung möglichst rasch realisieren. Insofern unterscheiden sich die Vorstellungen von Thomas Stucki und dem Bezirksrat nicht.

Und wie stehen Sie zur Jetzt-erst-recht-Finanzierung, die Stucki vorschlägt?
Tatsache ist, dass Thomas Stucki  in Kauf nimmt, dass der Bezirk Küss-nacht den Bau und den Unterhalt des südlichen Teils der Umfahrung allein finanzieren muss. Dies würde eine erhebliche Steuerfusserhöhung nach sich ziehen. Wir zweifeln daran, dass die Mehrheit der Stimmberechtigten damit einverstanden ist. Selbst wenn das Projekt von der Bezirksgemeinde portiert wird, besteht eine grosse Gefahr, dass es an der Volksabstimmung scheitert. Dann ist die ganze Umfahrung gestorben. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen.

Wie wollen Sie jetzt vorgehen?
Der Bezirksrat nimmt die Idee der Einzelinitiative Stucki auf, unterbreitet der Bezirksgemeinde aber zusätzlich einen Gegenvorschlag. Im Gegensatz zur Einzelinitiative wahrt dieser die Chancen auf eine Mitfinanzierung des Kantons, dies bei gleichzeitiger Eröffnung des südlichen Teils. Wir sind überzeugt, dass der Gegenvorschlag besser ist, weil er zum gleichen Resultat führt  – aber vernünftig und ohne unnötige Risiken.

Inwiefern bleibt die Chance auf Mitfinanzierung des Kantons gewahrt?
Wir möchten die Umfahrung in zwei Etappen bauen. Dadurch hätten wir während der Bauphase der ersten Etappe Zeit, intensiv mit dem Kanton zu verhandeln. Wir werden alles daran setzen, dass die zweite Etappe rascher ins Strassenbauprogramm aufgenommen wird und dadurch der Kantonsbeitrag gesichert werden kann.

Beim ersten Anlauf ist das Bezirks-projekt vor allem deshalb gescheitert, weil es bis zur Fertigstellung der gesamten Umfahrung zu lang gedauert hätte. Wie sieht es diesmal aus?
Unser Gegenvorschlag ist absolut konkurrenzfähig. Bei einer Annahme dauert die Realisierung der gesamten Umfahrung nicht länger als bei der Einzelinitiative Stucki, belastet uns finanziell aber nicht so massiv.

Der Verein Variante Lang und der Initiant des Vorschlags Brücke monieren seit längerem, dass ihre Vorschläge nicht geprüft wurden. Hat der Bezirk dies nachgeholt?
Wir haben mittlerweile alle alternativen Ideen geprüft. Wir stellten fest, dass alle Vorschläge schwerwiegende Nachteile haben. Wer Interesse hat, kann die Prüfberichte gerne bei uns einsehen.

Thomas Stucki zielt mit seiner Vollumfahrung und seiner Erinnerung an die visionären Taten unserer Vorfahren voll auf den Bauch. Bereitet Ihnen das Sorgen?
Nein, das ist sein gutes Recht. Ausserdem ist ja Wahlkampf. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben an der Abstimmung vor zwei Wochen klar gezeigt, dass sie sich durchaus mit unseren Vorlagen auseinandersetzen und diese kritisch hinterfragen. Ich habe vollstes Vertrauen, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sehr gut unterscheiden zwischen dem, was vernünftig und sinnvoll ist und dem, was nur auf den ersten Blick attraktiv erscheint.

Interview von Alex von Däniken
 
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