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Die Kündigung erfolgte vorsorglich Drucken E-Mail
Donnerstag, 20. August 2009
66felder
Im Juni hat der Bezirksrat der Familie Felder per 31. März 2012 den Pachtvertrag für den Gutsbetrieb Sunnehof gekündigt. Der Bezirksrat will von der Landwirtschaftsfläche à 28 ha deren 3 ha umzonen lassen, dafür sei die Kündigung notwendig.


avd. Als Oskar und Christa Felder am 1. April 2003 den Pachtvertrag für den Gutsbetrieb Sunnehof in Immensee übernommen hatten, gingen sie von einer langjährigen Partnerschaft mit dem Bezirk als Eigentümer aus. Neben der Pachtdauer von neun Jahren einigten sich Felders mit dem Bezirk auf den Kauf der Einrichtung, Bäume, Reben und Pfosten. «Mittlerweile wird das in vielen Pachtverträgen so geregelt. Damit kann man von einer längerfristigen Zusammenarbeit ausgehen», erklärt Oskar Felder. Die Pächter setzten für den Kauf der mobilen Gegenstände, der Obstbäume und Weinreben ihr
gesamtes Vermögen und Kredite von über 700'000 Franken ein.

Ein Vertrag, neun Jahre und 700'000 Franken
Dieses Geld wäre über die neun Jahre der Vertragsdauer noch lange nicht amortisiert. «Es ist ja klar, dass solche Investitionen in so einer kurzen Zeit nicht amortisiert werden können. Schliesslich rechneten wir nicht mit der Auflösung des Pachtvertrags auf 2012», erklärt Oskar Felder.
Bezirksrätin Irene Ott, die in der Aufsichtskommission Sunnehof ist, sagt: «Der Pachtvertrag wurde vom Bezirk und vom Pächter für eine Dauer von neun Jahren unterschrieben. Unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist können also beide Parteien auf 2012 den Vertrag kündigen.» Das Vorgehen des Bezirksrats sei in jeder Hinsicht korrekt gewesen.
Für Christa und Oskar Felder, die mit ihren Kindern Simone und Matthias den Gutsbetrieb führen, ist die Kündigung unverständlich. «Auch wenn der Bezirk rund 3 Hektaren umzonen will, würden uns die restlichen 25 Hektaren für eine weitere Existenz genügen», sagt Christa Felder.
Für Irene Ott war jedoch klar, dass für den Bezirk nur eine Kündigung in Frage kommt: «Wir wissen schlicht und einfach noch nicht, was mit dem Land passieren soll. Denn wenn Felders eine Erstreckung über drei Jahre bekommen, wird es mindestens 2015, bis das Land frei ist. Bis dahin kann in der Landwirtschaft viel passieren.» Ott kann für die Zukunft des Gutsbetriebs noch keine Prognosen stellen. Es gibt verschiedene Varianten. Eine optimale Nutzung wird wirtschaftsgerecht entschieden. Die Landwirtschaft ist in der heutigen Zeit grossem Wandel unter-legen. Derzeit befindet sich die Zonenplanrevision in der Schlussphase, die 3,2 Hektaren sollen als Bauland für das Industriegebiet Fänn und Alterswohnungen neben dem Alterszentrum Sunnehof verwendet werden.
Das nützt Felders freilich nichts. «Wir würden den grössten Teil von den Investitionen verlieren, unsere Existenz wäre somit gefährdet», sagt Oskar Felder. Nun setze man alles daran, vor dem Richter eine Pachterstreckung zu erreichen.

Verschiedene Meinungen
Irene Ott kann die Enttäuschung verstehen und hat auch mit dem Gang zu den Medien gerechnet, «aber wenn ein Vertrag für neun Jahre abgeschlossen wird, müssen beide Parteien mit einer Auflösung rechnen – egal von wem.»
Trotz einem nicht immer freundlichen Verhältnis, das laut Ott zum Teil «auf geteilte Meinungen in der Kommunikation» beruhte, betont die Bezirksrätin, dass die Kündigung nichts mit diesen unterschiedlichen Ansichten zu tun hatte. In einem Fall beschweren sich Felders, dass ein Jauchenlochdeckel lange nicht repariert worden sei. Der Lehrling ist mit einem Mistkran darauf eingebrochen. Irene Ott bedauert diesen Zwischenfall und gelobt eine raschmögliche Reparatur: «Der Betonring, an dem der Deckel befestigt war, hat sich gelöst. Es muss repariert werden und wird es auch.» Man wolle bestimmt niemanden gefährden. In den nächsten 3 Wochen muss die Familie über ihr weiteres Vorgehen entscheiden.
 
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