| Die Zeit am Kirchturm steht still |
|
|
| Donnerstag, 12. August 2010 | |
![]() Seit einigen Tagen steht die Zeit auf der Kirchturmuhr still. Grund ist die Sanierung des Glockenturms, die in diesen Tagen von der Firma Rüetschi AG durchgeführt wird. bro/pd. Der Glockenturm der Küss-nachter Pfarrkirche Sankt Peter und Paul wird zurzeit mit der neusten Technik ausgestattet und saniert. In diesem Zusammenhang wurde auch die Kirchenuhr vorübergehend stillgelegt und das Glockengeläute bleibt vorerst verstummt. Neue Klöppel für die alten Glocken Die älteste Glocke im Küssnachter Pfarrkirchturm stammt aus dem Jahre 1405, gegossen vermutlich durch den Luzerner Glockengiesser Kupferschmied. Es ist die Glocke drei, welche seit mehr als 600 Jahren stolz läutet. Bei ihr und bei den anderen vier Glocken werden zurzeit die Klöppel ersetzt und neu dimensioniert, damit der Klang klarer und weicher die Glocken schonender geläutet werden. Dazu wird eine Berechnugsmethodik eingesetzt, welche im europäischen Forschungsprojekt Probell entwickelt wurde und die dazu beiträgt, dass die historischen Glocken schonender angeschlagen werden. Ebenfalls die Schmiedemethodik wurde neu entwickelt und erstmals in der Restaurierung des Geläutes der Kathedrale Fribourg i.Ü. im letzten Jahr eingesetzt. Die teilweise gotischen und barocken Eichenjoche werden stabilisiert und die geschmiedeten Eisenbeschläge restauriert. Dies dient der langfristigen Erhaltung der historischen Substanz und vor allem der Anlagesicherheit. Da umfangreiche Restaurierungsarbeiten anfallen, werden die gesamten historischen Glockenjoche im Aarauer Werk restauriert. Läutsteuerung über Busverbindung Die gesamte Läutsteuerung aus drei Generationen wird ersetzt. Die Verbindung zwischen Läutcomputer in der Sakristei und den Uhrenantrieben, den Läutmotoren und den Magnethämmern erfolgt künftig über eine Busverbindung. In Zukunft können so verschiedenste Techniken und Signale im Turm verändert werden, ohne dass weitere Leitungen gezogen werden müssen. Glockenantriebe werden erneuert Die bestehenden Glockenantriebe werden erneuert und durch präzise geregelte Antriebe ersetzt. Auch diese Massnahmen dienen dem Klang, Priorität hat zudem, dass die feine Beschleunigungs sowie Bremstechnik weniger Belastungen auf den historischen Holzglockensturm und weiter auf das Gebäude gibt. Diese Massnahme dient somit auch der Substanzerhaltung der Tragwerke. Mit dem Wechsel der gesamten Steuerungstechnik von Uhr und Glockenantrieben wird auch die Erneuerung der Elektroinstallationstechnik fällig, welche nicht mehr den Vorschriften entspricht. Dies erhöht auch die Personensicherheit der Geläuteanlage. Glocke wird traditionell in den Kirchturm gehoben Die Firma Rüetschi AG hat diesen Montag mit den Sanierungen begonnen und wird bis am 8. Oktober den Kirchturm auf Vordermann bringen. Gestern wurde schliesslich auch die Glocke 4 mit einem Kran aus dem Turm entfernt. Diese Glocke gehört mit 330 Kilogramm zu den leichteren Glocken des Kirchturms. Sie stammt aus dem Jahr 1868 und wurde in dieser Zeit von Rüetschi in Aarau gegossen. Im Rahmen des Kirchenfestes wird sie am 17. September traditionell anlässlich unter Mitwirkung der Schulkinder wieder in den Kirchturm gehoben. «Man wird es wie früher machen, mit einem Balken in der Glockenstube und Kindern, welche die Glocke von Hand aufziehen werden», erklärt Thomas Schürpf den geplanten Vorgang. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





