| Dritte Operation dank guten Werten nicht nötig |
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| Donnerstag, 20. Januar 2011 | |
![]() Etwas mehr als einen Monat ist es her, als Kantonsrat Bruno Knüsel einen Herzstillstand erlitt. Mittlerweile haben sich seine Werte stabilisiert. Eine vorgesehene dritte Operation war nicht nötig. cb. Mittwoch, 15. Dezember 2010 zwanzig Minuten vor neun Uhr: Bruno Knüsel ist mit seinem Kollegen Armin Camenzind auf dem Weg in die Kantonsratsitzung. Plötzlich sackt er zusammen. Was dann geschieht ist ein Zusammenspiel diverser Leute, deren Hilfsbereitschaft Knüsel schlussendlich das Leben rettet. Gesamthaft überleben drei Prozent der Leute einen Herzstillstand. Wenn dieser ausserhalb einer Praxis oder eines Spitals passiert, ist die Chance zu überleben äusserst klein. Jeder half wo er konnte Bruno Knüsel versucht die Puzzleteile zusammenzufügen: «Armin Camenzind hat mich als erster reanimiert. Derweil hat ein Lieferant bei der Hofmatt-Apotheke den Defibrillator geholt worauf automatisch ein Alarm in der Apotheke ausgelöst wurde. Frau Schmidig, die in der Apotheke arbeitet, wusste vom Herzspezialisten Alfredo Meniconi und dachte sich hoffentlich ist er zuhause.» Der Rest ist bekannt: Meniconi und seine Frau setzten die Reanimation fort und machten Gebrauch vom Defibrillator, um Knüsel ins Leben zurück zu holen. «Eine junge Frau kam des Weges und sah was passiert war. Sie fragte, ob der Krankenwagen schon gerufen worden sei. Da dies nicht der Fall war, sie aber kein Natel hatte, lief sie zur Bushaltestelle. Dort fand sie einen Burschen mit Natel und verständigte mit dessen Mobiltelefon die Ambulanz.» Die Dinge nahmen ihren positiven Lauf. Ein Herzinfarkt? Wegen einer Kopfverletzung, die Knüsel beim Zusammenbruch erlitt, wurde er zur Abklärung zuerst in das Spital in Schwyz eingeliefert. Danach transportierte man ihn ins Universitätsspital Zürich. Auf dem Weg dorthin konnte Knüsel im Rettungswagen zum ersten Mal klare Gedanken fassen: «Ich hörte stetig das Horn und merkte, dass wir immerzu fuhren. Ich wollte den Anschluss wieder finden, denn ich war ja mit Armin auf dem Weg zur Sitzung. Ein Arzt der nebenan sass, erklärte mir dann was passiert war.» Im Universitätsspital wurde Knüsels Herz kontrolliert, man ging vorerst von einem Herzinfarkt aus. Am Herz war nichts festzustellen, es war durchaus gesund und auch die Venen waren alle offen. Ein Herzinfarkt konnte ausgeschlossen werden, denn dieser passiert infolge einer Erkrankung des Herzes, während ein Stillstand meist ein gesundes Herz trifft. Gegen Abend telefonierte Knüsel erstmals mit seiner Frau Anni. Defibrillator eingepflanzt Am Freitag, 17. Dezember folgte die Operation, bei der Knüsel einen Defibrillator (ICD) implantiert bekam. «Er hat die gleiche Funktion wie der grosse Defibrillator.» Die Aufgabe des Gerätes ist es, das Herz mit Stromstössen zum Schlagen zu bewegen, falls es erneut aussetzen sollte. Zudem zeichnet es den Herzrhythmus auf. «Am 4. Januar musste ich mich einer zweiten Operation unterziehen. Der Übergang vom Gerät zum Herz funktionierte nicht richtig.» Dieser Eingriff bereitete ihm enorme Schmerzen, doch dann sei es wieder steil bergauf gegangen. Am Montag darauf ein negativer Bescheid: «Die Kontrolle zeigte wieder schlechtere Werte.» Für den Dienstag dieser Woche wurde eine dritte OP angesetzt. Diese war dann aber nicht nötig, «die Werte haben sich wieder positiv verändert.» Momentan geht es Knüsel den Umständen entsprechend gut: «Die linke Brust ist noch ein bisschen geschwollen, doch das ist wegen der Rippen, die mir bei der Reanimation gebrochen wurden.» Unheimlich dankbar Erst rund drei Wochen stand der öffentlich zugängliche Defibrillator bei der Hofmatt-Apotheke, bevor Knüsel zusammenbrach. «Ich bin dafür unheimlich dankbar; dieser hat mir schlussendlich wahrscheinlich das Leben gerettet, denn mit dem Reanimieren hätte man das nicht mehr hingebracht.» Für das Aufstellen öffentlicher Defibrillatoren würde Knüsel sich auch politisch einsetzen, falls dies nötig wäre: «Allerdings muss der Standort Sinn machen. Des Weiteren sollten Kurse und Orientierungen zum Gebrauch des Defibrillators stattfinden.» Neben dem Defibrillator verdankt Knüsel sein Leben auch den zahlreichen Rettern in der Not. «Ich bedanke mich bei allen die mitgeholfen haben - vom Anfang an bis nach Zürich. Spezieller Dank gilt auch meinem Kollegen Armin Camenzind, der laut Meniconi sehr gut und überlegt gehandelt hat. Ebenfalls danke ich allen die in irgendeiner Form an mich und meine Familie gedacht haben.» |
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