| Ein Engelhaftes Team verabschiedet sich |
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| Montag, 28. September 2009 | |
Noch ein letztes Mal wurde am vergangenen Samstag beim Verabschiedungs- Aperitif im Engel unter der Leitung von Anita und Fritz Zbinden angestossen. Nun verlassen die erfolgreichen Gastgeber das renommierte Restaurant am Hauptplatz um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Der FS sprach mit den Beiden über das Erlebte und Zukünftige.Interview von Barbara Schuler Die Restaurant Übergabe rückt immer näher. Zeit auf die vergangenen Jahre zurück zuschauen. Wie sind Sie damals auf das Restaurant Engel gekommen? Anita Zbinden: Eigentlich kannten wir den Engel von früher her. Damals machten wir unsere Ausbildung in Weggis und sind dadurch immer hier am Hauptplatz vorbei gekommen. Als wir dann vor gut 6 Jahren, als wir noch in Rothenburg wohnten, nach etwas Eigenem suchten, machte uns ein Kollege auf den Engel aufmerksam. Fritz Zbinden: Als wir herkamen, um uns das Ganze anzuschauen, war hier eine Baustelle. Es war dreckig und staubig und sogar die alte Küche war noch drin. Das Gute war, dass wir schon bei den Bauarbeiten Einfluss nehmen konnten und gerade die Küche auch so eingeteilt wurde, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dann im Oktober vor 6 Jahren die Eröffnung. Wie haben Sie all die Jahre, die Sie hier verbracht haben, erlebt? Anita Zbinden: Wir sind mit sehr viel Enthusiasmus und Tatendrang gestartet. Doch das erste Jahr war hart. Wir hatten sehr viel an Aufbauarbeit zu leisten. In der Bar erreichten wir im ersten Jahr die erwartete Gästefrequenz bei weitem nicht. Durch personelle Änderungen und eine andere Einrichtung mit mehr Sitzgelegenheiten, konnten wir die Situation jedoch zum Guten kehren. Fritz Zbinden: Die Situation im a la carte Bereich war dafür angenehmer. Klar hatten wir auch hier Aufbauarbeit zu leisten, jedoch war die Grundauslastung die ganzen Jahre über immer sehr gut. Anita Zbinden: Einzig die letzten zwei bis drei Jahre ist die Gästezahl explosionsartig in die Höhe geschossen. Gab es in all den Jahren ein besonders positives Erlebnis, welches Sie erwähnen möchten? Beide: Das Esstheater (lachen). Anita Zbinden: Die Zusammenarbeit mit den Theaterleuten war einfach einmalig. Schon die erste Aufführung war damals restlos ausgebucht. Über die Jahre konnten wir weit über 100 Vorstellungen realisieren. Gab es auch negative Momente? Fritz Zbinden: Ganz zu Beginn, nach zirka einem Monat, hat jemand mit einer Sprühflasche RAUS auf das Bödeli vor dem Eingang gesprayt. Anita Zbinden: Das war unschön, jedoch konnten wir das als schlechten Witz abtun. Viel mehr beschäftigte mich folgendes Erlebnis. Ebenfalls im ersten Jahr hörten wir eines Nachts ein Zischen aus dem Heizraum. Jemand hatte dort die deponierten Gasflaschen neben dem Heiztank geöffnet. Dieses Erlebnis 3wwar für uns ein riesiger Schreck. Nicht auszudenken, was hätte passieren können. Fritz Zbinden: Ich glaube demjenigen der das getan hat, war gar nicht bewusst, was er damit hätte anrichten können. Wieso haben Sie sich dazu entschieden, einen so gut laufenden Restaurationsbetrieb aufzugeben? Anita Zbinden: Es ist wie mit einer Medaille. Alles hat eine schöne, goldige sowie eine weniger schöne Seite. Die Schöne ist, dass wir im Engel unglaublich viel erreichten. Dieser Erfolg erfüllt uns mit Stolz. Die andere Seite ist die, dass darunter oft das Umfeld, die Familie und die Partnerschaft zu kurz kommen. Deshalb haben wir uns zugunsten unseres Privatlebens entschieden, den Betrieb aufzugeben. Fritz Zbinden: In so einem Betrieb wie wir ihn führen, ist es nicht möglich kürzer zu treten. Denn die Leute erwarten, wenn sie hierher kommen, dass wir präsent sind. Genau diese Nähe zu unseren Gästen wollten wir auch immer. Deshalb kam es für uns auch nicht in Frage nur noch Teilzeit zu arbeiten. Wie haben Ihre Gäste auf die Nachricht reagiert? Anita Zbinden: Meist mit Überraschung, aber auch mit Verständnis. Im Sinne: Es ist zwar schade, dass ihr geht, aber wir verstehen das. Am meisten beeindruckt haben mich die unzähligen Briefe die wir bekommen haben. Wie fühlen Sie sich, so kurz vor dem Schluss? Anita Zbinden: Hier ist es wieder wie mit der Medaille. Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es war eine tolle Zeit, jedoch freuen wir uns auch auf den bevorstehenden Lebensabschnitt. Fritz Zbinden: Es waren schöne Jahre. Wir haben das so gewollt und daher bereuen wir auch nichts und freuen uns auf das was kommt. Was werden Sie hier vermissen? Fritz Zbinden: Ich werde die vielen Begegnungen und guten Kontakte vermissen. Anita Zbinden: Genau. Ausserdem werden mir die Arbeiten wie das Dekorieren der Räumlichkeiten und das Organisieren von Events fehlen. Wie sehen nun Ihre weiteren Pläne aus? Werden Sie umziehen? Anita Zbinden: Zuerst wird der ganze Betrieb geputzt und alles für die Inventar Übergabe am kommenden Freitag vorbereitet. Dann werden wir für ein paar Tage in die Ferien gehen, um die vielen Gedanken zu ordnen und Abstand zu gewinnen. Nach der Rückkehr werde ich mich vorerst ganz dem Mami sein widmen und die Alltäglichkeiten des Familienlebens geniessen. Fritz Zbinden: Wahrscheinlich werde ich mir irgendeine Anstellung als Küchenchef suchen, jedoch ist das Ganze noch offen. Vorerst bleiben wir hier wohnen und schauen was kommt. Je nachdem wo hin es uns zieht, werden wir dann auch umziehen. Was geben Sie Ihren Nachfolgern Lieping Fung und Frank Noordhoek auf ihrem Weg mit? Anita Zbinden: Unzählig viele liebenswürdige und treue Engelgäste. Fritz Zbinden: Ausserdem wünschen wir ihnen auch so viele schöne Erlebnisse, wie wir sie gehabt haben. Was wollen Sie sonst noch loswerden? Beide: Wir danken unseren Gästen für die jahrelange Treue und das Vertrauen. Ganz speziell den jungen Gästen sei an dieser Stelle gedankt. Ein ganz grosser Dank auch an unsere engelhaften Mitarbeitenden. Ausserdem möchten wir uns bei den vier Engel-Besitzern für das Vertrauen und die grosse Unterstützung bedanken. |
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Noch ein letztes Mal wurde am vergangenen Samstag beim Verabschiedungs- Aperitif im Engel unter der Leitung von Anita und Fritz Zbinden angestossen. Nun verlassen die erfolgreichen Gastgeber das renommierte Restaurant am Hauptplatz um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Der FS sprach mit den Beiden über das Erlebte und Zukünftige.