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Eine Reise durch die Orgelgeschichte Drucken E-Mail
Mittwoch, 5. Januar 2011
1eisenmann
Die Kirchenorgel als veraltetes Instrument? Mitnichten! An Silvester zeigte Organist
Olivier Eisenmann in der Pfarrkirche Küssnacht die ganze Bandbreite der Königin der Instrumente: von Bach bis zu einer zeitgenössischen Weinkomposition.




avd. Gegen 80 Zuhörer liessen das Jahr 2010 besinnlich-kulturell ausklingen und nahmen am Silvesterabend in der Pfarrkirche Küssnacht Platz. Unter dem Patronat der Kulturkommission lud der bekannte Weggiser Organist Olivier Eisenmann zu einem Orgelkonzert. Es war gleichzeitig ein Abriss aus der langen und bewegten Geschichte der Kirchenorgel und ihren wichtigsten Komponisten.

Vom 17. Jahrhundert in die Neuzeit
Nach der Begrüssung machte Eisenmann zuerst einige Ausführungen zu den zu hörenden Stücken. Diese hat Eisenmann nicht zufällig ausgewählt; alle haben einen Bezug zueinander. Das erste Stück stammte von Nicolaus Bruhns (1665 bis 1697). Das Präludium e-Moll bestach durch zwei gegensätzliche Fugen: die erste klang ruhig und chromatisch, die zweite lebhaft und rhythmisch.

Weiter ging es mit dem Choralvorspiel Das alte Jahr vergangen ist von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). In zwölf expressiven Tonfolgen wurden so Freud und Leid zum Ausdruck gebracht.

Robert Schumann (1810 bis 1856) bewunderte Bach. In sechs Fugen mit den Tonfolgen B, A, C und H zollte er ihm Respekt. Eisenmann spielte die sechste Fuge, die sich immer mehr bis zu einem hymnischen Finale steigerte. Schumann seinerseits wurde von Félix Alexandre Guilmant (1837 bis 1911) bewundert. Der Franzose schrieb das Werk Final alla Schumann, das Eisenmann nun vortrug und aus einem lebhaften Hauptthema bestand.

Mit einem weiteren Franzosen, Léon Boëllmann (1862 bis 1897), wechselte Eisenmann in die Gotik. Die Suite Gothique entsprach mit seinen nach Höhe strebenden Tönen dem Zeitgeist. Den Sprung ins 20. Jahrhundert zeigte Eisenmann mit drei Stücken von Sigfrid Karg-Elert (1877 bis 1933).

Einen krönenden Abschluss fand das Konzert in der 1991 von Hans Uwe Hielscher komponierten California Wine Suite. Der 1945 geborene deutsche Komponist ordnete dabei berühmten kalifornische Weine einem musikalischen Thema zu. Auf witzige Weise endete das Konzert mit dem Champagner. Auch dank Eisenmann ein guter Abgang.
 
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