| Energieeffizientes Bauen liegt im Trend |
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| Montag, 6. September 2010 | |
![]() Im 21. Jahrhundert steht die Energieeffizienz mehr und mehr im Vordergrund. Weshalb Bauherrschaften vermehrt in ihre Liegenschaften investieren und energieschluckende Gebäude sanieren lassen. bro. Die Thermografie zeigte es deutlich: Die Energie und Wärme beim rund 60 Jahre alten Wohnhaus an der Luzernerstrasse 10 entwich nach draussen. Die Nebenkosten für Heizung und Strom gingen ins Horrende. Die Hausbesitzer, die Familie Berchtold, entschlossen sich zu handeln. «Das Haus wird nach dem Minergie-Label saniert. Einzig die kontrollierte Wohnungslüftung kann aus Platzgründen nicht gemacht werden», erklärt Architekt Benno Barmettler, der von Berchtolds beauftragt wurde, ein Wärmesanierungskonzept zu erstellen. «Es wurden neue Fenster in Minergie-Standard eingebaut. Zudem wurden die Wärmebrücken, also die Balkone, entfernt. Sie werden durch neue thermisch getrennte, vorgesetzte Stahlbalkone ersetzt und bieten künftig für die Mieter mehr Komfort und doppelt so viel Platz», führt Barmettler seine Erklärungen fort. 18 cm Wärmedämmung Damit die Wärme nicht mehr durch die Gebäudehülle entweichen kann, wird diese mit 18 cm dicker hochwertiger Wärmedämmung verkleidet. Statt den Jalousien wird es neu Rafflamellen-Storen geben, welche in der Aussenwärmedämmung integriert sind, also von aussen nicht mehr sichtbar sein werden. Ein weiteres Energieproblem war das flache Dach. «Weil das Dach sehr flach geneigt ist, gab es kaum Platz für eine Estrichdämmung. Weshalb das Dach komplett rückgebaut wird, um Raum für eine zusätzliche Wärmedämmung zu schaffen», so Barmettler. Durch die kompakte Aussen-, Estrichboden-, Keller- und Garagendämmung wird laut Architekt Benno Barmettler das frisch sanierte Gebäude den anstrebenswerten Zielwert für das Minergie-Label im Kanton Schwyz erreichen. In zweiter Phase wird Ölheizung ersetzt Die Massnahmen an der Fassade des Gebäudes sind jedoch nur der erste Schritt. In einer zweiten Phase soll laut Barmettler die Wärmeerzeugung mit fossilen Brennstoffen, also die Ölheizung, durch eine Erdsonde ersetzt werden. Bereits jetzt merken die Hausbewohner den besseren Komfort. «Der Hauswart meinte letzthin zu mir, dass man den Unterschied zu früher sehr gut spürt», so Barmettler. Trotz der markanten Investitionskosten für die Bauherrschaft wird sich die Sanierung, wie Barmettler bemerkte, schon rasch positiv auf die Nebenkosten auswirken. Was ist Minergie? Der MINERGIE®-Standard ist ein freiwilliger Baustandard. Er definiert den rationellen Energieeinsatz und die breite Nutzung erneuerbarer Energien. Gleichzeitig wird mit dem MINERGIE®-Standard die Lebensqualität verbessert und die Umweltbelastung gesenkt. Zudem verfügen Bauten im MINERGIE®-Standard über einen besseren Marktwert als konventionelle Gebäude. Im Kanton Schwyz ist die Einhaltung des MINERGIE®-Standard im Rahmen von Gestaltungsplänen neu zwingend. Der MINERGIE®-Standard wurde 1998 eingeführt und stellt gewisse Grundanforderungen an die Gebäudehülle und Haustechnik (Komfortlüftung). Der jährliche Energiebedarf für ein Ein- oder Mehrfamilienhaus darf 38kWh/m2 pro Jahr (oder umgerechnet 3.8 l Heizöl) nicht überschreiten. Der Planer ist dabei frei, wie er die Anforderungen erreichen will (Zusammenspiel von Gebäudehülle, Energiequelle, Haustechnik). Als Vergleichsgrösse: Ein übliches Einfamilienhaus aus dem Jahr 1975 hat einen jährlichen Energiebedarf 220kWh/m2 (oder 22 l Heizöl) Sanieren, profitieren und CO2 reduzieren Über 40% des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz fallen im Gebäudebereich an. «Wer seine Liegenschaft intelligent und effizient saniert, kann den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser und den damit verbundenen CO2-Ausstoss halbieren», so Michael Lutz, Energiestadt-Verantwortlicher des Bezirks Küssnacht. Dafür steht der Bauherrschaft in Küssnacht folgende Unterstützung zur Verfügung. Information und Beratung Beratungsangebot des Küssnachter Energieberatervereins: Beratung vor Ort mit Objektbesichtigung durch eine neutrale Fachperson und Erstellen eines Kurzberichtes im Wert von Fr. 600.- (EFH). Der Kanton unterstützt Energieberatungen vor Ort mit Fr. 300.-. Details unter www.energie.sz.ch Förderbeiträge Das Gebäudeprogramm des Bundes unterstützt die energetische Sanierung der Gebäudehülle. Auch der Ersatz von Einzelbauteilen, z.B. der Ersatz veralteter Fenster, wird gefördert. Das Programm läuft über zehn Jahre und schüttet jährlich 200 Mio. Franken aus den CO2-Abgaben an die Bevölkerung aus. Details unter www.dasgebaeudeprogramm.ch Weitere Unterstützungsbeiträge gibt es für den Einsatz von Sonnenkollektoren (Förderprogramm Kanton Schwyz respektive Bezirk Küss-nacht) und den Ersatz von fossilen Heizsystemen durch Holzheizungen, Wärmepumpen oder Fernwärme. Details unter www.energie-zentralschweiz.ch >Förderprogramme |
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