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Grösserer Einfluss auf die Neulenker Drucken E-Mail
Donnerstag, 19. August 2010
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Seit Dezember 2005 erhalten Fahrschüler den Ausweis nach der praktischen Prüfung nur auf Probe. Der Küssnachter Fahrlehrer Beat Loser gibt in Altdorf UR und Brunnen SZ Weiterbildungskurse und ist von dessen Wirkung überzeugt.






avd. Die 27-jährige Susi Würsch steigt aus dem Lernfahrzeug von Beat Loser. Eben hat sie eine Fahrstunde beendet. Dass sie nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung zwei Weiterbildungskurse besuchen muss und erst nach drei Jahren den definitiven Ausweis erhält, stört sie nicht: «Ich finde es eine gute Sache, weil viele Leute auch nach den Fahrstunden nicht wissen, wie sie sich auf der Strasse zu verhalten haben.» Die Kurse wie die ganze fahrerische Ausbildung bezahlt sie selbst. Es gibt auch andere Meinungen, vor allem von jüngeren Neulenkern.

Kritik wegen hohen Kosten
Beat Loser hört oft Beschwerden von jugendlichen Lernfahrern, die die Preise für die Weiterbildungskurse zu hoch finden. «Ich muss ihnen dann erklären, dass der grösste Teil des Kursgeldes für die Platzmiete weggeht», erklärt der Fahrlehrer. Die beiden Kurstage à acht Stunden kosten in etwa so viel wie acht Fahrstunden. Beat Loser ist nicht nur Fahrlehrer, sondern seit Inkrafttreten der sogenannten Zweiphasenausbildung im Dezember 2005 auch einer von fünf kantonalen Moderatoren von Weiterbildungskursen. Als solcher leitet er die Kurse für jeweils zwölf Junglenker in Altdorf und Brunnen.
Von der Wirkung dieses Systems ist er überzeugt: «Die Jugendlichen fahren so viel vorsichtiger.» An den beiden Kurstagen könne er zusätzlichen Stoff vermitteln, der sonst in der Fahrschule zu kurz kommt. In einzelnen Punkten könne so nochmals auf die Jugendlichen eingewirkt werden.

Von Abständen bis zu Unfallfolgen
Am ersten Kurstag wird das fahrerische Verhalten geübt. Dabei wird auf das Vermeiden von Auffahrunfällen ebenso Wert gelegt, wie auf das Fahrzeugverhalten in Kurven. In Theorieblöcken vermitteln Loser und seine Kollegen die Wirkung von Drogen und Alkohol sowie eventuelle Unfallfolgen. Am zweiten Kurstag wird das sogenannte partnerschaftliche Fahren geübt. Neben dem Junglenker sitzt der Moderator und dahinter ebenfalls zwei Neulenker. Diese geben dem Fahrer auf einer Teststrecke ein Feedback. «So wird  zum Beispiel häufig das Missachten des Rechtsvortritts thematisiert», sagt Loser. Die Junglenker werden überdies in oekonomischem Fahren geübt, mit dem bis 25 Prozent Treibstoff gespart werden kann. Einzig auf potenzielle Raser kann nicht eingewirkt werden. «Autofahren ist Charaktersache», sagt Loser.

Kurse gut besucht
In den letzten Monaten kursierten in den Medien Berichte, wonach die Kurse schlecht besucht würden. Das kann Beat Loser nicht bestätigen: «Im Gegenteil. Fast 100 Prozent der Kurse in Altdorf und Brunnen sind ausgebucht.» Ein Fernbleiben habe sowieso keinen Sinn. Schlimmstenfalls müssen Fahrwillige die gesamte Prozedur inklusive Nothelferkurs nochmals durchlaufen. Durchlaufen hat Loser für die Tätigkeit als Moderator selbst einige Kurse. Erst nach 25 Kurstagen und einigen Tausend Franken wurde er als Moderator zugelassen. Das zusätzliche Standbein bringt ihm jedoch viel Abwechslung.

Auch andere Fahrlehrer für Zweiphasenausbildung
Fahrlehrer Paul Lussi hat bei seiner Arbeit vom Systemwechsel nicht viel gemerkt, «ausser dass sich Fahrschüler oft beschweren, da ihre Ausbildung wegen der Weiterbildungskurse mehr kostet.» Persönlich findet er den Fahrausweis auf Probe eine gute Sache: «Die meisten Fahrschüler verhalten sich zurückhaltender.» Ähnliches hat auch Fahrlehrer Beat Lang beobachtet. «Den Fahrausweis auf Probe finde ich gut.» Im Gegensatz zu einigen seiner Schüler, die monierten, die Weiterbildungskurse seien Geldmacherei. Grundsätzlich setzt sich Beat Lang für eine totale Prävention ein. «Das könnte auch ein Bonus-Malus-System sein, bei dem anständige Junglenker belohnt werden.»
 
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