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Donnerstag, 8. Juli 2010
abfall
Sonnige Tage locken viele Leute nach draussen – darunter auch solche, die ihren Abfall anstandslos liegen lassen. Der FS begab sich auf eine Rundtour mit jenen, die den Müll vier Mal pro Woche wegräumen: den Arbeitern vom Werkdienst Küssnacht.





cb. Der gewählte Montagmorgen ist verhältnismässig ruhig was den Abfall betrifft. «Du hättest am Sonntag kommen sollen», rät mir Markus Greter vom Werkdienst, der heute die Tour fährt. Denn am Samstagabend sei das Wetter im Vergleich zum Sonntagabend gut gewesen, was immer auch mehr herumliegenden Müll mit sich bringe.

«Wir starten am Sonntagmorgen um halb sechs Uhr mit den Touren. Bis die Leute im Dorf sind, ist alles sauber. Die Leute sehen nicht, wie es vorher ausgesehen hat.» Was denn das extremste Beispiel von Abfall sei, das ihm je untergekommen ist? Mitfahrer Simon Hofmann antwortet für ihn: «Wenn gschiiräd wird – kaputte Flaschen sind das Schlimmste.» Nicht nur das wegräumen ist mühsam. «Für Leute, die Barfuss gehen, können die Scherben gefährlich sein», so Greter.

Mehr Aufwand für Mülltouren
Vier Mülltouren macht der Werkdienst pro Woche. Dabei werden Mülleimer geleert, die Säcke gewechselt und liegengelassener Müll aufgeräumt. «Am Montag und am Mittwoch wenden zwei Mann je fünf Stunden für die Touren auf. Am Freitag finden die Aussentouren statt, beispielsweise auf der Allmig oder im Chiemen. Sieben bis acht Stunden setzt man für diese Aussentouren ein, wo vor allem die Robidog-Eimer geleert werden», erklärt Toni Hediger stellvertretender Werkmeister.

«Ein Mann macht die Tour am Sonntag, die je nach Situation zwei bis vier Stunden dauert. Dort werden ebenfalls hauptsächlich Robidog-Eimer geleert, die auch anderen Müll enthalten.» Rund fünf Stunden mehr würden heute pro Woche in die Mülltouren investiert als noch vor drei Jahren, so Hediger. Zudem fand bei der Sonntagstour eine Verschiebung statt: «Die Tour am Sonntag machen wir nur von Mai bis Oktober. Seit etwa drei Jahren beginnen wir damit bereits Anfangs April.»

Kamera verlagert Müllproblem
Neuralgische Müllpunkte sind laut Hediger der Kindergarten Boden und die Quaianlagen. «Dort, wo beim Pumphaus die Kamera steht, gibt es keine Problem mit liegengelassenem Abfall. Allerdings haben sich die Problemzonen einfach um 30 Meter verlagert.» Tetra Pak, Dosen von Energy-Drinks und PET-Flaschen gehören zu den am meisten liegengelassenen Abfallgegenständen. Ganze Säcke mit Haushaltsmüll würden sich bei den Aussensammelstellen für Glas beim Bahnhof, beim Luterbach und bei der Seilbahn finden.

Müll einmal liegenlassen?
«Die Erziehung spielt eine grosse Rolle, wenn es um liegengelassenen Abfall geht», ist Hediger überzeugt. «Wie sollen Kinder anders werden als ihre Eltern, wenn diese den Müll einfach liegenlassen?»

Eine drastische aber möglicherweise effektive Form der Erziehung schlägt Markus Greter vor: «Vielleicht sollten wir allen Müll einfach mal liegen lassen, damit die Leute sehen, was alles rumliegt. Aber dann heisst es wieder, wir seien fuuli Sieche.» Das Gegenargument liefert Toni Hediger: «Vor sieben Jahren beschlossen wir ,die Sonntagstour nicht mehr zu machen. Kaum geschehen, hatten wir das Problem, dass Leute wegen dem Müll reklamierten.»
 
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