| Hagel zerstörte gesamte Obsternte |
|
|
| Donnerstag, 15. Juli 2010 | |
![]() Das Gewitter vom vergangenen Samstagabend hatte für zahlreiche Bauern verheerende Folgen. Entlang des Rigilehnenweges zerstörte ein grosser Hagelniederschlag die gesamte Obsternte. bro. Auf der Rigiseite in Küssnacht wütete der Sturm vom vergangenen Samstag besonders stark. Kirschengrosse Hagelkörner prasselten während einigen Minuten nieder und vernichteten ganze Obsternten diverser Bauern. Für Pflaumen, Zwetschgen, Kirschen, Äpfel und Co bleibt nur noch der Weg in die Brennerei. Ganze Ernte vernichtet Hart traf es unter anderem die Bauernfamilien am Rischberg. So auch Familie Müller. «Der Hagel hat fast alles vernichtet und auf den Boden geworfen», erklärt Alois Müller. Die wenigen Kirschen, welche noch an den Bäumen hängen geblieben sind, werden nun als Brennchriese verkauft. Doch die Zeit drängt: «Die Hitze lässt die Kirschen schrumpfen, weshalb wir uns mit der Ernte beeilen müssen.» Und auch der Ertrag fällt katastrophal aus. Alois Müller ist vor allem auf Konservenkirschen spezialisiert, welche pro Kilogramm 1.42 Fr einbringen. Die weniger lukrativen Brennchriesi kann er nur noch für 70 Rappen pro Kilo verkaufen. Insgesamt erntet Müller jährlich rund 10 Tonnen Konserven-, Tafel- und Brennchriesi. Dieses Jahr schätzt er den Ertrag auf zwei bis 2,5 Tonnen. «Während ein Baum rund 150 Kilogramm Kirschen hergibt, erhalten wir jetzt nach dem Sturm nur noch etwa 40 Kilogramm pro Baum», erzählt Müller enttäuscht. Saison gut gestartet Dabei hat die Saison sehr gut begonnen. «Wir haben uns gefreut und gedacht, dass dieses Jahr die Ernte besonders gut ausfällt», so Alois Müller. «Am Samstag haben wir zum ersten Mal Konserven gemacht. Dann war auch schon alles wieder vorbei», fährt Müller enttäuscht fort. So ging es auch der Familie Meyer ein Stückchen weiter Richtung Seeboden. «Die ganze Ernte ist Weg. Nun versuchen wir die übriggebliebenen Tafelchriesi noch zu brennen, damit wir im Winter wenigstens etwas Schnaps haben», erzählt die Familie, welche noch zu retten versucht, was geht. Grosser Schaden für Pflaumen- und Zwetschgenbäume Schlimmer als der Wegfall der Ernte sei jedoch der Schaden an den Hochstammbäumen. «Das Fruchtholz ist sehr weich, weshalb ihm der Hagel besonders stark zugesetzt hat. Bis sich die Bäume erholt haben, dauert es Jahre», erklärt Alois Müller. So werden vor allem die Pflaumen- und Zwetschgenbäume in den nächsten Jahren nur wenig Früchte tragen, bis sie sich von dem Schaden wieder erholt habe. Auch hier gehen die wenigen Früchte, welche noch an den Bäumen verblieben sind, in die Brennerei. Das gleiche Bild zeigt sich auch bei den Äpfeln. Die betroffenen Bauern hoffen, dass sich die Bretschgen der am Baum verbliebenen Früchte noch etwas auswachsen, aber auch hier wird das Obst nur noch zum Mosten verwendet. «Es ist verrückt, wie in wenigen Minuten alles zerstört wird und die ganze Ernte vernichtet wird», meint eine Betroffene. Keine Hagelversicherung für Hochstammbäume Mit fünf gefällten Bäumen sei er allerdings noch glimpflich davon gekommen, meint Alois Müller. Denn weiter unten hätten seine Kollegen Dutzende von Bäumen verloren. Schadensersatz werden die betroffenen Bauern jedoch nicht erhalten. «Das Wetter ist das Risiko der Bauern», weiss Müller. Denn eine Hagelversicherung für Hochstammbäume gibt es nicht. Gras und Gemüse zerstört Nebst den Bäumen und dem Obst haben aber auch diverse Gemüsegärten unter dem Hagel gelitten. Und das Gras, welches nicht bereits vorher gemäht worden war, ist ebenfalls fast nicht mehr zu retten. «Wir werden nur noch von einer Seite her mähen können, um so viel Gras wie möglich abmähen zu können», meint Familie Meyer. An den Folgen des Gewitters vom Samstagabend, werden einige noch lange zu beissen haben. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





