| Herzhaft lachen ohne einen Witz zu hören |
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| Donnerstag, 9. Juni 2011 | |
![]() Es gibt in Küssnacht Lauftreffs, Meditationsabende oder Geburtsvorbereitungs-Treffs für Paare. Und auch wenn es etwas absurd tönt: Es gibt auch den Treff zum Lachen. cb. Es ist der erste Montagabend im Monat und in der Aula des Schulhauses Merlischachen hat sich mittlerweile eine Gruppe von rund zehn Leuten eingefunden. «Die meisten sind schon lange dabei», sagt Susanne Koller, welche die Lachyoga-Treffs leitet. Ich selber bin froh, dass neben mir noch zwei weitere Neulinge im Kreis stehen. Susanne warnt mich gleich zu Beginn: «Nur Fotografieren geht nicht. Du musst auch mitmachen.» Das kann ja heiter werden, denke ich mir. Lachkrank? Es stellt sich die Frage, weshalb Leute überhaupt einen Lachkurs besuchen. Gibt es so etwas wie eine Lachkrankheit? Gehen die Teilnehmer zum Lachen in den Keller? Die Lachyoga-Leiterin bejaht dies teilweise: «In letzter Zeit werden die Leute oft von den Ärzten zu mir geschickt. Gründe sind meist Stress oder gesundheitliche Probleme. Man kann festhalten, dass die Leute immer weniger zu lachen haben.» Yoga-Übungen mit Lachen kombiniert Mittlerweile haben wir mit dem Programm begonnen. Susanne Koller gibt zuerst einige Tipps für den Alltag, beispielsweise jenen, dass ein erzwungenes Grinsen am Morgen bereits hilft, mit Endorphinen (glücklich machende Substanzen) im Körper in den Tag zu starten. Bevor es jedoch ans effektive Lachen geht, wird erst aufgewärmt. Mit dem ho-ho-ha-ha-ha-Klatschen bringen wir die Ko- ordination in Schwung. Zudem praktizieren wir eine Atmungsübung. Danach klopfen wir den Körper ab und dehnen den Hals. Soweit die Basis-Übungen. Wir begrüssen uns gegenseitig mit dem Namaste-Lachen, wobei einfach die Handflächen zusammengelegt werden. Schon hier wird gegrinst – allerdings noch ohne grosse Lach- anfälle. Ins Fäustchen lachen Was danach folgt, lässt mich in die Welt des Lachens abtauchen. Dabei gilt es immer auch Hemmschwellen zu überschreiten und sich zu exponieren. Denn jeder Teilnehmer lacht andere Teilnehmer an, das Lachen wird weitergegeben. Wir lachen ins Fäustchen, produzieren ein schnurrendes Löwenlachen inklusive Tatzen zeigen und Zunge rausstrecken, lachen wie der Santa Claus oder setzen zum aufschwingenden Lachen an und verwenden dabei verschiedene Vokale. Auch Kauderwelsch brabbeln und somit zum inneren Kind finden, gehört zum Lachtreff. Bei einer Übung verfällt eine Teilnehmerin in einen Lachanfall. Die Endorphine wirken. Die Kraft des Lachens Während der Pause erzählt die Lachtrainerin, wie sie mit einem Kurs einen Vater seinem Sohn wieder näher -gebracht hat. «Nur durch das Lachen», sagt sie. «Und es friert mich heute noch, wenn ich daran denke.» Kinder sprächen besonders auf das Yogalachen an. «Allerdings habe ich bessere Erfahrungen mit Oberstufenschülern gemacht. Ich kenne solche, die reklamieren, wenn der Lehrer zu Beginn des Tages mit ihnen kein Yogalachen macht.» Susanne erzählt aber auch, dass sich viele Lehrer vor dem Yogalachen fürchten: «Sie denken, dass sie die Kontrolle über die Schüler verlieren, wenn sie mit ihnen lachen, dass es ausartet.» Dies erlebe sie selber aber nie so. Eigenlob Nicht nur Lachen ist Thema der Lachtreffs. Auch Eigenlob kommt zum Zug – es stinkt hier nicht. So klopft man sich als Lachender in einer Übung gleich selber auf die Schulter. Oder es wird ein Spalier gebildet, das man unter tosendem Applaus der anderen Teilnehmer durchlaufen darf. Ich muss gestehen: Das tut echt gut. Wir lachen über uns selbst und lachen |
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