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Hitzige Debatte um Mediothek/Ludothek Drucken E-Mail
Donnerstag, 15. Dezember 2011
100mediothek

«Zu teuer», meinte FDP-Delegierte und Kantonsrätin Eva Isenschmid-Tschümperlin zur geplanten Mediothek/Ludothek. Nachdem alle bisherigen Geschäfte ohne Widerspruch an die Urne überwiesen wurden, sorgte Traktandum 16 für starke Emotionen.





ob. Dass die heutige Bibliothek zu klein ist, das bestreitet keiner. Die Lösung allerdings, die Bezirksrat Looser an der Bezirksgemeinde von Montag präsentierte, sorgte für eine Debatte zwischen FDP und der restlichen Versammlung. Denn mit einem Verpflichtungskredit von Fr. 2,092 Mio. und jährlichen Betriebskosten von Fr. 83000.– (anstelle von 100000 Franken wie in der Botschaft ursprünglich verkündet wurde) ist die geplante Mediothek/Ludothek für die FDP zu teuer. Dies nicht zuletzt wegen anstehenden Investitionen wie etwa für die Südumfahrung.

Im Namen ihrer Partei machte Kantonsrätin Eva Isenschmid-Tschümperlin einen Rückweisungsantrag mit dem Auftrag, eine markant kostengünstigere Vor-lage auszuarbeiten und baldmöglichst dem Stimmbürger zu präsentieren.

Verdeckter Abweisungsantrag
Marianne Gerber machte ihre eigene Milchbüchleinrechnung und kam auf  Fr. 19.60 pro Einwohner, die die neue Mediothek/Ludothek pro Jahr kosten soll. «Das ist weniger als ein Taschenbuch kosten würde», argumentierte sie und warf der FDP vor, dass sie grosszügig sei, wenn es um Bauten wie der Werkhof, günstigen Wohnungsbau oder Strassen sei, aber wenn es um Kultur gehe, sei jeder Rappen zu viel.

Gerbers Meinung nach ist der Rückweisungsantrag ein versteckter Abweisungsantrag. Sie appellierte, dem Antrag nicht stattzugeben und das Geschäft an die Urne zu überweisen. Weitere Voten für die Mediothek/Ludothek und gegen den Rückweisungsantrag wurden gesprochen. So meinte Mathias Bachmann, Präsident der CVP, dass sich die Investition lohne.

Beat Huwiler fand es befremdend, dass man die Umfahrungsstrasse mit der Mediothek/Ludothek verglich. Er lud die Stimmübergerinnen und Stimmbürger ein, sich die jetzige Situation der Bibliothek anzusehen: «In der Tierwelt würde man von Käfighaltung sprechen.» Auch Co-Präsidentin der SP und Unabhängige sprach sich für die geplante Mediothek/Ludothek in der Bachmüli aus: «Es gibt im Moment in Küssnacht kein besserer Ort.»

Über Antrag abgestimmt
Letzter Sprecher für die Mediothek/Ludothek war Emil Gnos. Er führte die Diskussion auf eine emotionale Ebene und fragte, ob sich Küssnacht die Mediothek/Ludothek nicht leisten könne. «Lesen bildet, Frau Isenschmid», meinte Gnos provokativ. «Ich bitte den Antrag abzulehnen und die gesamte Bevölkerung über das Geschäft entscheiden zu lassen», beendete Gnos sein Votum.

Da Bezirksammann Stefan Kaiser keinen versteckten Ablehnungsantrag beim Rückweisungsantrag der FDP erkennen konnte, akzeptiere er den Antrag und liess die Bezirksgemeinde darüber bestimmen. Bis auf ein paar wenige Stimmen wurde der Antrag deutlich abgelehnt und das Geschäft Gewährung eines Verpflichtungskredites von Fr. 2,092 Mio. für den Erwerb und Ausbau einer Mediothek/Ludothek in der Bachmüli wurde somit an die Urnenabstimmung vom 11. März 2012 überwiesen.

Preisgünstiger Wohnungsbau
Der Preisgünstige Wohnungsbau soll auch nach dem ersten Projekt an der Chaspersmatte weiter gefördert werden. Deshalb beantragte der Bezirksrat an der Bezirksgemeinde die Gewährung des selbständigen und dauernden Baurechts in der Hausmatt in Immensee (2712 m2) an die Wohnbaugenossenschaft Küssnacht. Diese begrüsse laut Stefan Kaiser die Fortführung von preisgünstigem Wohnungsbau im Bezirk. Das Geschäft ging diskussionslos an die Urnenabstimmung vom 11. März 2012.

Ebenfalls diskussionslos an die Urnenabstimmung überwiesen, wurde der Planungskredit von Fr. 520000.– für die Projektierung der Erweiterung Sunnehof – das Zuhause im Alter sowie des Wohnhauses B mit Alterswohnungen in Immensee bis zur Baukreditvorlage. So soll, um der gestiegenen Nachfrage und den neuen Anforderungen gerecht zu werden, der Sunnehof in den kommenden Jahren umgebaut werden. Bezirksrat Josef Heinzer stellte das Projekt vor.

Jetzt auch Merlischachen
«Nach Küssnacht und Immensee soll nun auch Merlischachen ein neues Badehaus erhalten», fand Bezirksrat Josef Heinzer, der an der Bezirksgemeinde einen Vorstellungsmarathon zu bewältigen hatte. Für den Neubau sollen Fr. 710000.– aufgewendet werden. Auch dieses Geschäft wurde ohne Diskussionen an die
Urnenabstimmung vom 11. März 2012 verabschiedet.
 
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