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Hupen, Kopfschütteln und Gas geben Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. September 2009
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Seit vorletztem Montag sorgt die Rohrneuverlegung in der Grepperstrasse täglich für Stau. Manchmal auch für hitzige Köpfe. Die Verkehrslotsen nehmen den Frustabbau in Form von Hupen und Kopfschütteln aber nicht persönlich.


su. Kurz nach vier Uhr nachmittags beim Hauptplatz Küssnacht. Strahlendes Wetter scheint den Automobilisten durch die Fensterscheiben. Die Innentemperatur im Fahrzeug steigt. Aber nicht des Wetters wegen. Die Schlange, die sich teilweise bis zum Frohsinn staut, raubt manchen auf dem Weg in den Feierabend den letzten Nerv. «Manchen, aber nicht allen», korrigieren Marc Hocher und Hans-Ruedi Mattmann von der Firma Securitas Luzern, die als Verkehrslotsen eingesetzt werden.

Heikle Situationen
«Es gibt einige, die zu hupen beginnen. Andere, die den Kopf schütteln. Wieder andere geben rund um den Kreisel demonstrativ Gas», weiss Marc Hocher. «Das darf man einfach nicht persönlich nehmen», fügt der Zuger an, der sich diesen Reaktionen direkt aussetzen muss. Neben dem Frustabbau in der Schlange könne es während den Stosszeiten im fliessenden Verkehr zu heiklen Situationen kommen. «Der Fussgängerstreifen vom Adler zum Elektro Hodel kann unter Umständen brenzlig werden, weil die Sicht für die Autofahrer aufgrund der Kurve beschränkt ist, die Leute aber Gas geben, um noch durchgewinkt zu werden», sagt Hochers Kollege Hans-Ruedi Mattmann, woraufhin er den Autos in der Oberdorfstrasse Zugang zum Kreisel gewährt. Kurz darauf meldet der dritte Verkehrslotse per Funk, dass der Bus von Weggis auf dem Weg zum Hauptplatz ist. «Für uns bedeutet das nun, die anderen Zufahrtsstrassen zu sperren. Die Busse haben Vorrang», erklärt Mattmann weiter.

Bauherr ist nicht der Bezirk
Entgegen der Annahme vieler Küssnachter üben weder die Verkehrslotsen noch die Bauarbeiter ihre Tätigkeiten im Auftrag des Bezirks aus. Auftraggeber ist die Erdgas Innerschwyz AG, ein privater Unternehmer also, der die Rohre für die Erdgasleitung neu verlegen lässt. «Den Steuerzahler kostet das keinen Rappen», stellt Viktor Wild vom bauleitenden Büro Wild Ingenieure klar. Den Bauherren ist bewusst, dass die Arbeiten nicht in dieser Form weiterlaufen können. «Bereits im Vorfeld hatten wir alle möglichen Optionen geprüft, um die Verkehrsbehinderung möglichst gering zu halten. Dazu gehörte etwa eine Umleitung durch das Seemattquartier, was aus sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich ist. Auch die Nachtarbeit kam aufgrund der hohen Lärmemissionen nicht in Frage», so Wild. Das Ausmass der Staus, welche vor allem diese Woche für lange Wartezeiten sorgte, hat die Bauherren und das Team von Wild Ingenieure überrascht. Nachdem die laufende Etappe bis heute Abend fertig gestellt wird, stellen die Bauherren am Montag zum Beginn der nächsten Etappe auf eine Tagesbaustelle um. Damit wird nur von 8 Uhr bis 16:30 Uhr gearbeitet. Während den Stosszeiten ist die Grepperstrasse somit in beide Richtungen befahrbar. Und die Verkehrslotsen Marc Hocher und Hans-Ruedi Mattmann geraten somit auch weniger ins Schussfeld erzürnter Automobilisten.
 
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