| Kontrolle kann Leben retten |
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| Donnerstag, 2. September 2010 | |
![]() Die Pilzsaison ist angelaufen und das nicht zu knapp. In den Wäldern wuchern die Pilze in unzähligen Variationen. Doch nicht alle sind essbar. bro. Dank dem feuchtwarmen Wetter des vergangen Monats spriesst es in den umliegenden Wäldern nur so. «Die Pilzsaison startete dieses Jahr früher als sonst», so Markus Schwery, der seit letzter Woche seine Sonntagabende im Essraum des Schulhauses Dorfhalde verbringt. Nicht zum Kochen, sondern um Pilze zu prüfen. Grund für den frühen Saisonstart ist das Wetter. «Pilze brauchen Feuchtigkeit und Wärme», erklärt Schwery. Davon gab es im Juli und August viel. Doch nicht jeder, der im Wald nach Pilzen sucht, kennt sich damit aus. Tödlich Pilze sind keine Seltenheit Immer wieder gelangen tödlich giftige Pilze in die Kontrollen. Laut Schwery ein bis zweimal im Jahr sogar in Küssnacht. «Die Leute gehen ohne Angst in den Wald, Pilze sammeln. Die meisten Pilze sind nicht zwingend giftig, doch einfach geschmacklich nicht gut. Also nicht essbar. Früher oder später machen die meisten Leute, die ihre Pilze nicht einer Pilzkontrolle vorlegen, die gleiche Erfahrung und müssen ein gekochtes Gericht wegwerfen, da es zum Beispiel zu bitter ist, weil ein Pilz dabei war, der nicht essbar ist», erklärt Markus Schwery aus Erfahrung. Die wöchentliche Pilzkontrolle ist eine Dienstleistung des Bezirks Küssnacht. Eine, die am seidenen Faden hängt. «Im Kanton Schwyz gibt es nur noch zwei Kontrollstellen. Eine in Küssnacht und eine in Einsiedeln», so Schwery. Früher musste jede Gemeinde Pilzkontrollen durchführen. Doch mit dem neuen Lebensmittelgesetz hat dies geändert. Dabei sind Kontrollstellen gefragt und retten Leben. «In den letzten 40 Jahren gab es keine Vergiftungen mehr, wenn die Pilze kontrolliert wurden», weiss Schwery, der als Spitaldiagnostiker immer mal wieder gerufen wird, wenn Personen, die mit ihren Pilzen nicht in Kontrollen waren, sich bei den diesen vertan haben. Nur hundertprozentige Sicherheit zählt Bei Pilzen gilt daher nur hundertprozentige Sicherheit. Sobald man anfängt zu zweifeln, ob es ein essbarer Pilz ist, heisst es Finger weg. Nach diesem Prinzip arbeiten schliesslich auch die Kontrolleure. Gut 200 Pilzarten besitzt Schwery in seinem Repertoire. Doch sind das noch längst nicht alle. «Es gibt keinen Menschen, der alle Pilze kennt. Gewisse Gattungen enthalten bis zu 400 verschiedene Arten. Die Arbeit eines Kontrolleurs ist relativ einfach. Nur wenn man sich 100% sicher ist, kommt der Pilz ins Körbchen, ansonsten wird er weggeworfen. Wenn man zweimal überlegen muss, überlegt man bereits einmal zuviel», erklärt Markus Schwery. Keine Schontage im Kanton Schwyz Für Einsteiger gibt es nur eins. Immer wieder gehen und nicht aufgeben. Wer rasch etwas über Pilze erfahren möchte, sollte sich an einem Verein anschliessen. «Die Leute schrecken oft davor zurück, weil sie glauben, in Pilzvereinen werde mit Fachbegriffen um sich geworfen.» Doch dies ist laut Schwery nicht so. Er selbst ist Mitglied des Vereins für Pilzkunde Zug und Umgebung. Und kennt die Pilzkontrolle von Zug und führt zusätzlich für die Gemeinde Weggis Pilzkontrollen durch. Die Kontrollen in Zug und Küssnacht unterscheiden sich laut dem Pilzkontrolleur vor allem durch die Mengen. So gibt es im Kanton Zug keine Gewichtsbegrenzung. Diese sind kantonal geregelt und im Kanton Schwyz gilt die Beschränkung von zwei Kilogramm pro Tag und Person. Dafür allerdings gibt es im Kanton Schwyz seit diesem Jahr keine Schontage mehr, weshalb Pilzfreunde nun täglich auf die Suche nach den Bodenfrüchten in den Schwyzer Wäldern gehen können. Im Gegensatz dazu sind im Kanton Luzern die Schontage (1. – 7. jeden Monats) immer noch aktuell. Alle kantonalen und kommunalen Pilzschutzbestimmungen sind unter http://www.vapko.ch (Der Pilzschutz)abrufbar. Pilzkontrolle: Jeden Sonntag von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr im UG Essraum, im Schulhaus Dorfhalde. An den Sonntagen 12. und 19. September bleibt die Pilzkontrolle Küssnacht wegen Weiterbildung geschlossen. |
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