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Küssnachter Jäger haben schweren Stand Drucken E-Mail
Montag, 10. Oktober 2011
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Die Allmig ist zugleich Naherholungs- und Jagdgebiet, wo Spaziergänger und
Schützen aufeinander treffen könnten. Da stellt sich die Frage: Ist das nicht gefährlich?






su. Vom 1. bis 31. Oktober ist Jagdsaison in der Schweiz, so auch in Küssnacht. Mit Ausnahme der Ruhetage Sonntag und Mittwoch kann im Monat Oktober in der Allmig – ebenso wie in anderen attraktiven Gebieten im Bezirk, etwa im Chiemen oder im Seeboden- und Rigigebiet – gejagt werden. Das merkte eine Leserin des FS spätestens, als sie beim morgendlichen Walking in der Allmig ein Reh an sich vorbei spurten sah, kurz darauf folgten ihm zwei Jagdhunde. Als sich die Küssnachterin daraufhin im Wald umsah, entdeckte sie einen Jäger, der in einem Versteck ausharrte. Verwirrt machte sie sich auf den Nachhauseweg. Verständlich, aber aber schade, wie Claudine Winter, Jagdverwalterin des Kanton Schwyz sagt. Schön wäre es gewesen, wenn die Passantin und der Jäger aufeinander zugegangen wären. Dann nämlich hätte der Jäger erklären können, wie die Niederjagd von sich geht und dass ihre Angst, aus Versehen in sein Visier zu geraten, unbegründet war.

Anspruchsvolle Jagdprüfung
Wenige Nicht-Jäger sind informiert darüber, wer, wann, wie und wo jagen darf. Claudine Winter, Vorsteherin des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei, erklärt: «Voraussetzung für das Jagdpatent, das das Jagen ab dem 20. Altersjahr im jeweiligen Kanton erlaubt, ist eine anspruchsvolle und umfangreiche Prüfung.» Winter weiss aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht: Vor sechs Jahren hat sie die Prüfung abgelegt. «Das Verfahren umfasst sowohl eine praktische Schiessprüfung als auch theoretisches Wissen. Neben Prüfungsthemen wie Waffenhandhabung und Sicherheit im Jagdbetrieb werden auch Verhaltensregeln vermittelt, etwa, wie man in Gruppen jagt oder welche Kriterien vor der Schussabgabe zu prüfen sind.» So ist es völlig unzulässig, einen Schuss abzufeuern, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich andere Personen im Gefahrenbereich aufhalten, sagt Winter. «Es ist schlichtweg unsensibel, in unmittelbarer Anwesenheit von unbeteiligten Drittpersonen auf ein Tier zu schiessen und Spaziergänger oder Sportler so zu erschrecken, selbst wenn die Schussabgabe sicher wäre.»

Votum für Verständnis
Natürlich sei nicht auszuschliessen, dass sich einzelne Jäger nicht immer an diese Normen hielten, räumt Claudin Winter ein. «Konflikte oder gar Unfälle mit Zivilisten jedoch sind – das zeigt die Statistik – verschwindend klein.» Dass die Allmig zugleich als Naherholungs- und Jagdgebiet genutzt wird, sei ein Phänomen, das überall in der Schweiz anzutreffen sei, wo dicht gebaut und freier Raum intensiv genutzt wird. Die Jagdausübung sei in diesen Gebieten mittlerweilen schwierig, da «die Jagd vielen Leuten fremd wurde und sie dafür weniger Verständnis hegen als früher.» Klar, so Winter, dass dies Konfliktpotential berge. Von den Jägern wünscht sich die Jagdverwalterin gute PR-Arbeit. «Vielfach kann Spaziergängern ihre Angst vor dem unbekannten Jagdbetrieb genommen werden, wenn die Jäger Gelegenheiten zu Gesprächen nutzen und Jäger wie auch Nicht-Jäger sich gegenseitig mit Anstand und Offenheit begegnen.»
 
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