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Küssnachter Kunst auf höchstem Niveau Drucken E-Mail
Montag, 14. September 2009
73kulturtage5
Rund 400 Besucher staunten am vergangenen Wochenende über die Vielfalt der Küssnachter Kunstszene. Von figurativer bis abstrakter Kunst war alles vertreten. Sogar Klausjäger.





su. Ein bisschen erinnern sie an bleiche Klausjäger nach einer durchzechten Nacht, die sich in der Farbe des Hirtenhemdes geirrt haben.  Vielleicht gründet diese Assoziation aber auch nur darin, dass Thomas Baggenstos‘ Skulpturen im Vorhof der Alten Brennerei und damit im Herzen Küss-nachts stehen. Einem Ort, wohin sich in der Nacht auf den 6. Dezember tatsächlich auch ein Klausjäger verirren könnte.
 
Fisch, Vogel oder Klausjäger?
Baggenstos, der den Fischfresser und das Verliebte Hüllenleben geschaffen hat, zeigt sich zwar etwas irritiert über den Vergleich mit den Klausjägern. Doch der Künstler reagiert mit verschmitzter Coolness auf die laienhaften Betrachtungen.
Er habe ja auch extravagante und unübliche Werke an den Küssnachter Kulturtagen zeigen wollen, kontert der 26-jährige Merlischacher. «Etwas, was noch kaum jemand kennt. Auch diejenigen nicht, die mich kürzlich im Rahmen der Offenen Ateliers besucht haben.»
Unter diesen Umständen kann es dann halt auch vorkommen, dass seine materialfreudige und experimentelle Kunst als schiffsbrüchiger Klausjäger fehlinterpretiert wird.

Von der Strasse auf die Leinwand
Nun gut. Das Ziel der Ausstellung ist so oder so erreicht: Die Kunstszene in Küssnacht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen auf der einen Seite. Und auf der Anderen: Den Künstlerinnen und Künstlern eine Austauschmöglichkeit zu bieten, um dem gemeinsamen und alleinigen Schaffen neue Impulse zu geben.
 «Dieses Mit- und Nebeneinander von vielfältigen Künstlern empfand ich als etwas sehr Schönes», meint dann auch Margrith Weber-Joho, selber eine der 19 ausstellenden Künstlerinnen und Künstler. «Und natürlich Zeit dazu zu haben, mit vielen Leuten über die eigene Kunst reden zu können.»
Viele positive Reaktionen habe sie erhalten, was sehr aufbauend wirke, meint die 68-Jährige, deren beachtenswerte Kunstwerke der Inspiration von Strassenbelägen entwachsen. Oder, wie Weber-Joho ihre Inspirationsquelle genauer beschreibt: «Dort, wo Menschen ihre Spuren hinterlassen, Markierungen verblassen oder Müll vor sich hin rostet.»

Werke wechselten Besitzer
Rost steigt indessen auch in der gegenüberliegenden Ecke der Brennerei als Ausdrucksmedium in den Ring: Beim Werk von Andreas Christen. Die Intensität, die Dichte, die Farbe und die Ausdrucksmöglichkeiten des Ros-tes seien einzigartig und faszinierend, meint der Küssnachter Künstler, dessen Werke sich in seinem Atelier in der Talstrasse nach eigenen Angaben stapeln.
Auch den 57-Jährigen motivieren die Komplimente, die er in den vergangenen Tagen entgegen nehmen konnte. Für sein dreiteiliges Werk welches Pigmente und Eisenspäne auf einer Leinwand zeigt, meldeten sich sogar gleich zwei interessierte Käufer. Damit kam er seinem Ziel, sich seinen Lebensunterhalt mit der Kunst zu verdienen, ein weiteres Stück näher.

Es schreit nach mehr
Katrin Odermatt, welche sich für die Gestaltung der Ausstellung und das Hängen der Werke verantwortlich zeigte, überrascht der Verkauf mehrerer Werke  von verschiedenen Künstlern nicht. «Wir konnten hier in der Brennerei Kunst auf höchstem Niveau zeigen. Obwohl die Ausstellung bewusst auf alle Alters- und Kunstrichtungen und damit sehr breit ausgelegt war, hat das die Qualität in keinster Weise beeinträchtigt.»
Die hohen Besucherzahlen hätten zudem gezeigt, dass das Bedürfnis, Kunst ungezwungen und hautnah zu erleben, in Küssnacht gross sei. Auch wenn der Geniestreich eines aufstrebenden Skulpteurs schon mal als zerstreuter Klausjäger verkannt wird.
 
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