| Nach Tiefschlag schaut André Tobler positiv in die Zukunft |
|
|
| Donnerstag, 3. September 2009 | |
![]() Am 8. August verwüstete ein Unwetter weite Teile des Bezirks. Knapp vier Wochen später sind die Schäden noch immer zu spüren. ob. Hektik herrscht im kleinen Container, den André Tobler und sein Verkäufer Tobias Richli als Büro benutzen. «Der Lancia ist für 11700 weg. Mist, ich hätte noch mehr bieten sollen», meint Tobler und klickt auf die Maus neben seinem Laptop, um die anderen Angebote zu kontrollieren. Gleichzeitig erklärt er: «Wir versuchen die Autos mit den Wasserschäden, die nicht versichert sind, über Ricardo zu versteigern, um wenigstens noch etwas dafür zu erhalten.» Seiner Stimme ist anzumerken, dass es ihm in den letzten Wochen nicht leicht ergangen ist. Der Tag des Unwetters «Ich wollte gerade Feierabend machen, als es am Samstag kurz vor Mittag anfing zu regnen», erinnert sich Tobias Richli. Sein Chef, André Tobler, war an diesem Tag noch in den Ferien und hat von dem Unglück, das sich bald ereignen sollte, nichts mitbekommen. «Das Wasser stieg sehr schnell an und plötzlich war der ganze Platz überschwemmt», erzählt Richli weiter. Die Glastüren hielten dem enormen Druck nicht mehr Stand und das Wasser lief in den Ausstellungsraum. «Wir versuchten Computer und andere Sachen zu retten und stellten sie hoch. Doch das Wasser stieg immer mehr und wir stellten die Sachen noch höher. Da die Türen nicht mehr funktionierten, mussten wir aus dem Fenster klettern, um uns zu retten.» Urlaub abgebrochen Jetzt erreichten auch die ersten Anrufe, Nachrichten und Bilder André Tobler in Griechenland, wo er gerade mit seiner Familie Urlaub machte: «Am Anfang dachte ich, es wäre ein Scherz, denn wir hatten schon einmal Hochwasser. Doch dann bekam ich immer mehr SMS und MMS.» Kurzerhand brach Tobler seine Ferien frühzeitig ab und flog noch in der gleichen Nacht in die Schweiz zurück. Der Anblick am nächsten Tag war alles andere als schön: «Als wir am Sonntagmorgen zurück waren, war gerade eine Spezialfirma daran, die Halle auszuräumen und vom Schlamm und Sand zu reinigen.» Ab Montag wurden die zahlreichen Schäden aufgenommen. Rund 50 Fahrzeuge erlitten Totalschaden und die ganze Ausstellungshalle war zerstört. Ausserdem wurden über die Woche immer mehr Schäden entdeckt. «An den Wänden hat sich das Wasser eingesaugt, den Lift, den wir eben erst neu eingebaut hatten, müssen wir wieder erneuern, die WC-Anlage ist auch kaputt», nennt Tobler nur einige der schlimmeren Schäden. Schwimmkurs für Mitarbeiter Trotz gravierenden Schäden schauen André Tobler und seine Leute optimistisch in die Zukunft und verarbeiten das tragische Ereignis mit Humor. «Die Firma zahlt mir einen Schwimmkurs», scherzt Richli, «damit wir das nächste Mal vorbereitet sind.» Und Tobler meint: «Wir werden bald wieder eine Eröffnung machen müssen.» Denn die Tobler Garage im Chli Ebnet wird komplett neu gemacht und umgestaltet. «Wir möchten mehr Autos in die Halle bringen, damit diese künftig vor Hochwasser geschützt bleiben. Ausserdem ergreifen wir weitere Massnahmen und lassen mehr Abläufe machen beziehungsweise ändern das Kanalisationssystem.» Schliesslich werde auch das Glas für den Ausstellungsraum verstärkt, sodass es in Zukunft hohem Wasserdruck standhalten kann. «Einmal kann man so etwas verkraften, aber nicht ein zweites Mal. Wir hatten alles neu gemacht und Freude daran gehabt. Das Wasser hat uns um Jahre zurückgeworfen», erklärt Tobler die offensiven Massnahmen, bleibt aber optimistisch: «Wir haben nach diesem Tiefschlag wieder neuen Mut gefasst und schauen positiv in die Zukunft.» |
| < Zurück | Weiter > |
|---|








