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Öffentlich zugänglicher Defibrillator bald auch in Küssnacht? Drucken E-Mail
Montag, 20. Dezember 2010
101defi


Vergangene Woche wurde in Schwyz das Leben von Kantonsrat Bruno Knüsel mit einem öffentlichen Defibrillator gerettet. Ein solcher könnte bald auch in Küssnacht stehen.









bro. Nach dem Zwischenfall in Schwyz stellt sich die Frage, wie wichtig sind öffentlich zugängliche Defibrillatoren für die Rettung von Leben? CVP Kantonsrat Bruno Knüsel hatte am vergangenen Mittwochabend Glück.

Dieses Jahr wurde im Kanton Schwyz ein Pilotprojekt mit Defibrillatoren gestartet, welche für den Notfall der Öffentlichkeit zugänglich sind. Insgesamt drei solcher AEDs wurden im Kanton Schwyz bereits installiert. Einer davon steht in Schwyz bei der Hofmatt Apotheke und rettete das Leben des Küssnachter Kantonsrats, der auf dem Weg zur Session nach Schwyz einen Herzstillstand erlitt.

Ein weiterer befindet sich bei der Rütli Apotheke, Nähe Schiffssteg, in Brunnen und ein dritter in Pfäffikon beim Bahnhof. Weitere zehn bis zwölf Standorte sind laut Kantonsarzt Dr. med. Svend Capol geplant. Auch in Küssnacht.

Apotheke als geeigneter Standort
Sogar ein geeigneter Standort für Küssnacht wurde bereits erörtert. «Richtlinien von Herzspezialisten geben Anhaltspunkte für geeignete Standorte. Im Kanton Schwyz haben die Ärztegesellschaft und der Apothekerverein gemeinsam das Patronat für das Projekt öffentliche AEDs.

Der Kanton hat mit ihnen zusammen Empfehlungen ausgearbeitet, worin die gut erkennbaren Apotheken sich als Standorte für die AEDs anbieten», erklärt Kantonsarzt Dr. med. Svend Capol. Weshalb auch eng mit den Apotheken zusammengearbeitet wird und das Personal eine spezielle Schulung erhält.

«Wenn jemand den Defibrillator aus dem Kasten nimmt, geht automatisch ein Alarm los. Wenn dies während der Apothekenöffnungszeiten geschieht, kann das Personal zur Hilfe eilen», so Capol.

Auch für Küssnacht sei der Standort bei der Apotheke zur Taube bereits diskutiert worden und scheint am geeignetsten. Allerdings fehlen noch die finanziellen Mittel. «Sobald die Finanzierung für weitere Standorte gesichert ist, sei es mittels privaten Sponsoren oder mit Unterstützung der Gemeinden und Bezirke, werden die Defibrillatoren installiert», versicherte Capol.

Zu den Kosten gehört nicht nur der Defibrillator sondern auch die Ausbildungskosten für das Personal, die Wartungskosten sowie Kosten für die Versicherung  für allfälligen Vandalismus.

Handhabung auch für Laien
Gegenüber den öffentlichen Defibrillatoren ist man allerdings auch skeptisch eingestellt, weiss Bezirksarzt Dr. med. Urs Kayser: «Die Ärzte sind zwischen Sinn und Unsinn von öffentlichen Defibrillatoren unschlüssig. Wir haben schon öfters darüber diskutiert.» So sollte laut Kayser, der Einsatz des Defibrillators vom vergangen Mittwoch nicht überbewertet werden.

 Denn auch der Rettungsdienst war innert kürzester Zeit vor Ort, um die Rettungsmassnahmen einzuleiten. Dies bestätigt Kantonsarzt Dr. med. Svend Capol: «Der Rettungswagen war innert sieben Minuten vor Ort.» Auch die richtige Handhabe und die Nähe seien Kriterien, die zu Diskussionen führen, so Kayser.

Allerdings seien die neuen Defibrillatoren so konstruiert, dass sie wirklich nur noch dann Stromstösse abgeben, wenn es wirklich nötig ist. «Zudem sagt einem das Gerät genaustens, was man machen muss. Von der Alarmierung bis hin zur Anwendung des Defibrillators ist alles beschrieben, weshalb auch ein Laie das Gerät benutzen soll», erklärt Dr. med. Svend Capol.
Wann allerdings der erste öffentlich zugängliche Defibrillator in Küssnacht installiert wird, konnte Capol nicht sagen.

 
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