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Personen und Umgebung prägten die Namen Drucken E-Mail
Montag, 8. November 2010
89vortrag_ortsundflurname

Warum heisst unser Hausberg eigentlich Rigi? Und weshalb findet man entlang dem Rigimassiv so oft den Namen Rüti und Schwand? Der Schwyzer Namenforscher Dr. Viktor Weibel brachte am Donnerstagabend Licht ins Dunkel der Namen.




cb. Das Interesse an den Orts- und Flurnamen rund um die Rigi war gross. Dementsprechend gut besetzt war auch der Saal im Gasthaus Adler. Zum Vortrag von Dr. Viktor Weibel lud das Kuratorium Schwyzer Orts- und Flurnamenbuch und der historische Verein Küssnacht am Rigi.

Bevor Dr. Weibel die Zeit zurückdrehte und die Bedeutung verschiedener Orts- und Flurnamen aufrollte, stellte Toni Dettling, Präsident des Kuratoriums, das Publikationskonzept für das Schwyzer Orts- und Flurnamenbuch vor (siehe Kasten).

Schwyz glänzt
«Ich habe lange gesucht, um ein Foto des gesamten Rigimassivs zu finden», startete Dr. Viktor Weibel darauf seine Präsentation der Orts- und Flurnamen rund um die Rigi. Er bewertete die Rigi als ein bewaldetes Massiv, das sich in nutzbares- und weniger nutzbares Land aufteile.

Diese Eigenschaften des Massivs und dessen Umgebung boten oft die Grundlagen für die Deutung der Namen. «Schwyz kommt von Suittes, das seine Wurzel im indogermanischen sueid hat, was soviel heisst wie glänzen, schimmern. Ich vermute, dass der Kessel von Schwyz mit der Muota und den Kalksteinen für die damaligen Betrachter geschimmert haben muss.»

Personennamen und die Art zu Roden
Vorerst widmete sich Weibel aber den Orten rund um die Rigi, deren Namen vielfach aus Personennamen gebildet wurden. «Küssnacht beispielsweise kommt von «Fundus Cossiniacus, das heisst Gut, das einem Cossinius gehört.» Ebenso liess Weibel Wilnamen, die mit Personenamen gebildet wurden nicht aus, wie etwa Bäriwil und Römerswil. Wil stehe hier einfach für Gehöft, was davor kommt ist der Name des Besitzers.

Rüti und Schwand sind hingegen Rodungsnamen. «Rüten ist die Bezeichnung für ausstocken – der Boden wird hierbei möglichst schnell brauchbar gemacht. Schwand kommt von zum Schwinden bringen. Man hat dabei den Wald über das Rindschälverfahren absterben lassen.» Das zweite Verfahren sei vor allem in abgelegenen Gebieten angewendet worden. «In diesen Gebieten pressierte die Rodung nicht, man konnte warten.» Deswegen liegt eine Schwand meist höher als ein Rüti bzw. abgelegener.

Modeerscheinungen in Namen
First, Tossen, Schilt, Scheidegg, Chäseren oder Staffel – auch zu den Namen auf dem Rigi-Massiv wusste Weibel einiges zu sagen und schloss mit dem Namen Rigi. «Für den Tourismus ist zwar regina montium, (Königin der Berge, anm. d. Red.) besser, doch eigentlich kommt der Name von Riga, was soviel heisst wie Streifen, Band.»

Wie ein wandelndes Lexikon beantwortete er danach die Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer und antwortete auf eine Frage nach dem Namen Haltikon, dass es auch bei Namen Modeerscheinungen gäbe. «Ich denke Haltikon ist ein falscher -Ikon Name.» Laut Weibel haben die vielen -Ikons auf der anderen Hügelseite dazu Anlass gegeben, den Ort so zu nennen.
 
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