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Peter Neuhaus: Mit allen oder niemandem! Drucken E-Mail
Donnerstag, 6. August 2009
62hauptbetroffe_flugzeug
Vier Jugendliche werden am 9.7.09 vom Flughafen Basel aus dem Flugzeug gewiesen. Hier kommen erstmals die zwei ältesten der Hauptbetroffenen zu Wort. Warum haben sie so gehandelt und wie verbrachten sie dann doch noch ihre Ferien?




coh. Die Geschichte mit den vier Jugendlichen, die aus Altersgründen aus einem Flugzeug geworfen wurden, ist vermutlich den meisten bekannt. Allerdings wurde beim Ganzen mehrheitlich  aus Sicht der Eltern erzählt. Wie bei Vielem werden die eigentlich Betroffenen nur am Rande einbezogen. Deshalb wird der FS an dieser Stelle dies nachholen und hat dafür mit Peter Neuhaus (16), dem Ältesten der Gruppe und seiner Freundin Daila (14) geredet. Ein Interview, bei dem einmal nur die Betroffenen erzählen:

Wohin wolltet ihr reisen und was habt ihr geplant?

Peter: Wir wollten von Basel aus nach Bari (Italien) fliegen. Dabei haben unsere Eltern bereits alles vorbereitet; Flug, Tickets, Koffer. Sogar unser Zimmer zu Hause war aufgeräumt und bereit uns in die Ferien zu lassen.
Daila: Den Flug haben wir sogar recht früh gebucht. Schon im April stand alles fest!

Wart ihr schon einmal in Bari und wenn ja, seid ihr schon einmal den gleichen Weg geflogen?
Daila: Ja, ich und meine Schwester Lisa (11) haben unsere Grossmutter die letzten Jahre jährlich besucht und sind dabei meist geflogen. Einmal sind wir auch von Milano aus geflogen, aber letztes Jahr haben wir die gleiche Etappe gemacht, wie es dieses Jahr geplant war.

Wer war alles bei eurer diesjährigen Reise dabei und was war das Spezielle an eurer Gruppe?

Peter: Grundsätzlich war geplant, dass Daila und Lisa ihre Grossmutter in Bari besuchen. Dabei hat Lisa eine Kollegin (Michelle 11 Jahre) mitgenommen und Daila mich. Das Spezielle war, dass Michelle zum ersten Mal fliegen sollte. Deshalb sollte alles umso besser klappen.

Dann hat es im Flugzeug aber nicht so ganz geklappt, oder?
Peter: Nein, schon viel früher wurden Fehler gemacht. Beim einchecken war es so, dass es − wie meistens − zwei Kolonnen gab. Deshalb haben wir die kürzere genommen. Leider dauerte es schliesslich doch 1 1/2 h bis wir endlich an die Reihe kamen. Durch einen Personalwechsel wurde das Ganze jedoch nicht schneller, sondern noch komplizierter. Als wir dann an der Reihe waren, wusste die Frau beim Check- In nicht so recht, was sie mit uns − und vor allem mit unseren 11-jährigen und ihren Bestätigungen − machen sollte. Deshalb winkte sie uns einfach durch ohne zu agieren.
Daila: Dabei wurde Einiges vergessen, inkl. der gebuchten Flugbegleitung. Beim Zoll haben wir dafür nochmals nachgefragt, wobei diese uns sagten unsere Begleitung warte gleich hinten. Doch diese fanden wir nie. So kam eines zum anderen und im Flugzeug fragte man dann nach unseren Altern. Schliesslich sollten die beiden Jüngsten aussteigen und wir konnten wählen.

Weshalb habt ihr euch entschieden auszusteigen?

Peter: Für mich als Ältester war klar, dass ich die beiden 11- jährigen mit Sicherheit nicht alleine am Flughafen zurück lasse. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch noch nicht, dass ihre Eltern noch am Flughafen zusahen. So oder so aber, ging es nur mit allen oder niemandem!

Weshalb diese klare Einstellung? Bist du immer so direkt?
Peter: Ja, ich denke schon. Ich bin schon so erzogen worden, dass ich meine Meinung sagen soll und nichts in mich hinein fressen. Nicht nur in dieser Situation habe ich mich für andere eingesetzt. Ausserdem habe ich auch einen jüngeren Bruder, was das Ganze Beschützerische und Vorbild sein vielleicht noch verstärkt.

Trotz den erstmaligen Strapazen habt ihr aber eure Ferien nachgeholt. Ist das richtig?
Daila: Das ist richtig. Das ganze Debakel mit dem Aussteigen ereignete sich wie gesagt am 9.Juli 2009. Dabei sollte das Flugzeug eigentlich um 20.00 Uhr abfliegen. Wir haben den Flughafen jedoch erst ungefähr 22.30 Uhr verlassen. Dann am Montag darauf, dem 13.7.09 flogen wir dann endlich ohne Probleme nach Bari und verbrachten dort schöne Ferien!
Peter: Beim Zurückfliegen hatten wir zwar auch noch einige Kleinere Zwischenfälle; Dass man unsere Kofferzettel nicht mehr hatte und wir trotz früher Ankunft als Letzte einsteigen konnten. Dies hatte zur Folge, dass unsere nebeneinander gebuchten Plätze alle in anderen Reihen verstreut waren. Schliesslich flogen wir noch in ein Gewitter hinein, was auch nicht besonders angenehm war. Aber gegen unsere Erlebnis beim ersten Versuch, konnten wir sehr gut mit den kleineren Eskapaden umgehen.

Was war das für eine Erfahrung für euch?
Peter: Also für mich war das eine ziemlich schlechte Erfahrung mit diesen Kurzstrecken. Ich habe davor mehrheitlich Langstreckenflüge besucht, wobei wir dort nie Billigflüge benutzt haben. Für kurze Strecken, mag es wohl sein, dass es sich nicht lohnt teure Flüge zu buchen. Aber ich werde sicher nie mit Billigflügen über lange Strecken fliegen!
Daila: Ich hatte bisher eigentlich nie Probleme mit Billigflügen. Wir haben diese ja vorherige Jahre auch immer benutzt. Aber diese Erfahrung möchte ich nicht wiederholen.

 
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