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Rigitrac: 100fach bewährte Schweizer Traktoren Drucken E-Mail
Montag, 12. Juli 2010
55rigitrac

Vor sieben Jahren verliess der erste Rigitrac die Werkshallen in Küssnacht. Bald wird Sepp Knüsel den hundertsten Traktor ausliefern. Deshalb lud er mit seiner Familie und seiner Firma am letzten Sonntag zum Fest.





avd. Zu jedem Bauernhof gehört ein Traktor. Zu jedem Traktor gehört beste Qualität – zumindest wenn es nach dem Landmaschinenbauer Sepp Knüsel geht. Mit dieser Grundhaltung fertigte er im Jahr 2003 den ersten Prototyp seines Rigitracs.  «Ich habe mir dafür vom Lohn Jahr für Jahr etwas auf die Seite gelegt», erinnert sich Sepp Knüsel.

Mittlerweile hat er mit seiner Frau einen florierenden Betrieb mit 35 Mitarbeitern aufgebaut. Innert kürzester Zeit hat er sich in der Landwirtschaft mit seinen Traktoren und Zubehör einen Namen gemacht. «Die Leute wollen ein Schweizer Produkt in Top-Qualität», sagt der gelernte Landmaschinenmechaniker.

Berner Bauer und der Flughafen
Am letzten Sonntag konnten sich über hundert Kunden und Händler von Knüsels hohen Qualitätsansprüchen überzeugen lassen. Obwohl – überzeugt werden musste niemand. Durchgehend alle anwesenden Bauern schwärmten von den Rigitracs. Trotzdem; einen Einblick in die Fertigung erhielten alle.

In den Hallen im Industriegebiet Fänn werden viele Teile vor Ort gefertigt: hier wird das Blech geschnitten, dort wird es geschliffen und an einem anderen Ort gestanzt. Bei den Lieferanten setzt Knüsel nur auf beste Ware.

«Bei herkömmlichen Traktoren werden die Teile zusammengesetzt und danach als Ganzes lackiert», erklärt Sepp Knüsel, «Wir hingegen lackieren jedes Bauteil einzeln und überziehen es mit einer Pulverbeschichtung. Hier kann nichts so schnell rosten wie bei den anderen.»

Für eine Rede schwang sich der Firmenpatron auf ein Traktorchassis, das – wie die rund 30 anderen im Raum – die Hochzeit mit dem Motor bereits hinter sich hat. Sepp Knüsel verriet den Anwesenden, wer denn nun den hundertsten Rigitrac bekommt. Es ist Walter Sigrist, Landwirt aus dem Kanton Bern.

Einige der Gäste reisten gleich mit ihrem geliebten Rigitrac nach Küssnacht: aus dem Kanton Thurgau oder vom Flughafen Zürich-Kloten zum Beispiel. Die Flughafenbetreiberin schätzt, dass sie die Traktoren im Sommer und im Winter einsetzen kann, um die Rollfelder zu pflegen.

Nummer 29
Einen kürzeren Weg auf seinem Rigitrac absolviert hat der Küssnachter Landwirt Josef Suter. Er nennt seit zweieinhalb Jahren einen Küssnachter Traktor sein Eigen. Suter hat Nummer 29 und ist stolz, einen Rigitrac zu haben. «Ich entschied mich für einen Rigitrac, weil er in Küssnacht hergestellt wird», sagt Suter.

Bereut hat er den Kauf nie, im Gegenteil: «Der Traktor ist sehr vielseitig einsetzbar. Ich nutze ihn meistens zum Mähen und Pressen.» Auch Winterdienste absolviert Suter, regelmässig räumt er für Private in kalten Jahreszeiten den Schnee weg. Josef Suter ist auch vom Fahrverhalten begeistert. So sei sein Traktor breiter wie hoch. Dieser deshalb tiefe Schwerpunkt ermögliche es ihm, auch in unwegsamem Gelände zu arbeiten.

Die Vierrad-Lenkung und die gute Balance gehen auch Frontlader-Arbeiten gut von der Hand. In den zweieinhalb Jahren brachte Suter den Rigitrac bereits auf 2800 Betriebsstunden.

Faszination Landmaschinen
Bis ein Rigitrac die Werkshalle in Küssnacht verlässt, hat zusammengerechnet ein Mitarbeiter während knapp acht Wochen daran gearbeitet. Dabei kontrolliert Knüsel die Maschinen auch selbst.

Weil Knüsel mit sieben Geschwistern auf einem Bauernhof aufwuchs, kennt er die Bedürfnisse seiner Kunden genau: «Reklamationen sind schlimm und müssen von Beginn an auf ein Minimum reduziert werden», sagt er, «Und falls trotzdem eine negative Rückmeldung kommen sollte, dann können wir schnell reagieren.»

Bereits im zarten Alter von 20 Jahren gründete Sepp Knüsel auf dem elterlichen Hof in Meierskappel seine eigene Landmaschinenfirma. Ein Jahr später bezog er in Küssnacht grössere Räume. Im Bodenhof realisierte er 1982 einen Neubau mit Werkstatt, Büroräumen und Wohnungen. Knüsels Begeisterung für die Landmaschinen kannte keine Grenzen. Er tüftelte an Front-Bandrechen oder Front-Mähwerken, um die Arbeit der Bauern weiter zu vereinfachen.

«Wir stehen auf gesunden Beinen», sagt Knüsel. Auch wenn die Wirtschaftskrise auch das Landmaschinen- und Traktorgeschäft durchrüttelt. Viele Lieferanten hätten Lieferprobleme, nachdem sie ihre Lager leergeräumt haben. «Es gibt auch bei uns noch einiges zu optimieren», meint Sepp Knüsel.

So soll die Produktion gesteigert werden, ohne dass die Qualität leidet. Anfragen gibt es genug; mittlerweile auch aus Deutschland und Frankreich. Dabei kann Sepp Knüsel auf seine Familie zählen. Seine Frau Marlis ist auch im Betrieb eine tatkräftige Unterstützung und die zwei älteren Töchter teilen die Faszination ihres Vaters.

Eine Faszination, die auch vor der Freizeit keinen Halt macht. So oft es geht, werkelt Sepp Knüsel an Oldtimer-Traktoren. Bisher hat er zwischen fünfzig und sechzig Maschinen restauriert. «Das waren Pioniere damals. Auch wenn inzwischen die Hydraulik und die Elektronik dazukamen, diesen Erfindern gebührt grösster Respekt», schwärmt Knüsel.
 
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