| Schulzahnpflege: Bezirk hat gut lachen |
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| Donnerstag, 4. November 2010 | |
![]() Die Schulzahnpflege ist in erster Linie Angelegenheit der Gemeinden. Das kann funktionieren – wie im Bezirk Küssnacht – oder birgt Schwierigkeiten. Das zeigte sich an der 9. Tagung der kantonalen Schulzahnpflege-Instruktorinnen. avd. Im Bezirk Küssnacht läuft bezüglich der Schulzahnpflege alles blendend. Leila Bucher und ihr Team können als Schulzahnpflege-Instruktorinnen die Schüler über die richtige Mundhygiene, Ernährung und bösen Folgen informieren. Die Bezirksschulen, der Bezirksrat und sogar der Bezirkszahnarzt Urs Wyrsch ziehen mit den Zahnfeen an einem Strick. Das hat im Kanton Schwyz Vorbildcharakter und zeigte sich einmal mehr an der kantonalen Tagung der Schulzahnpflege-Instruktorinnen. Diese fand am letzten Mittwoch in Merlischachen statt. Verantwortung liegt bei Gemeinden So verwunderte es nicht, dass sich Leila Bucher, die stellvertretende Schulleiterin Monika Vogel und Urs Wyrsch gegenseitig für die gute Zusammenarbeit bedankten. Auch die Merlischacher SVP-Kantonsrätin Bernadette Wasescha stimmte in das Lob ein. Sie stand selbst während neun Jahren vor den Klassen und klärte die Schüler über Zahnprophylaxe auf. Doch auf Wasescha als Kantonsvertreterin hagelte es gelegentlich Reklamationen, der Kanton würde bei einigen anderen Gemeinden zu wenig Druck ausüben. Dieser wäre nötig, damit die Gemeinderäte und Schulbehörden die Schulzahnpflege besser unterstütze. Doch weder Wasescha noch das Amt für Gesundheit können hier viel machen. Denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Verantwortung der Schulzahnpflege auf Primarstufe bei den Gemeinden und auf Oberstufe bei den Bezirken liegt. «Wir haben lediglich eine unterstützende Funktion», sagte Wasescha. Dieses föderalistische System bringt viele Vorteile. So können die Gemeinden sehr flexibel und kreativ die Schulzahnpflege umsetzen. Der Nachteil ist, dass sich in gewissen Gemeinden ein Minimalismus eingeschlichen hat. Goldau beispielsweise verzichtet auf die Instruktorinnen und lässt die Lehrer selbst zur übergrossen Zahnbürste greifen. Es ist fraglich, ob den Lehrern dafür genug Zeit bleibt, um mit Herzblut gegen das Zahnfleischbluten anzukämpfen. Arsenpaste und Kokain Bernadette Wasescha hatte für ihre Rede allerlei Wissenswertes recherchiert. So habe man früher die Zähne mit Arsenpaste und Brenneisen behandelt. Zur Beruhigung des Patienten wurde Kokain verabreicht. Kantonszahnarzt Bruno Germann zeigte sich froh, dass er selten kontaktiert wird. Das sei ein Zeichen dafür, dass die Instruktorinnen gute Arbeit machen und er nur wenige Probleme lösen muss. Germann warnte vor der Routine, die sich bei den langjährigen Instruktorinnen einstellen kann. Einige der Damen sind rund 20 Jahre im Dienst der Zahnpflege. Laut Leila Bucher sind diese Bedenken jedoch unbegründet; alle Instruktorinnen seien nach wie vor mit grossem Einsatz dabei. Felix Magri von der Stiftung für Schulzahnpflege-Instruktorinnen erklärte, dass man bei der Ausbildung weiterhin sehr flexibel sein will. Er empfahl, neue Anwärterinnen gleich auf Tour mitzunehmen: «Damit erhalten sie einen ersten Einblick und bringen für die Kurse schon etwas Erfahrung mit.» Zum Schluss referierte Bezirkszahnarzt Urs Wyrsch über Karies und Zahnunfälle. Das kam den Instruktorinnen zwar bekannt vor. Aber so lebhaft und charmant wurde das ihnen wohl noch nie vorgetragen. |
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