header_fs_fasnacht_08

www.freierschweizer.ch

  • News
    • Schlagzeilen
    • Schlagzeilen Archiv
  • Abo-Service
  • Preise und Leistungen 2012
  • Redaktion
  • Bildergalerie
  • Videos
  • Impressum
  • Marktplatz
    • Forum
    • Flohmarkt
    • Gesamtes Forum
  • Agenda
  • Links

Das Wetter

Das Wetter heute

Zufallsbild

Kirchenfest 2010  
mit
auto-suter_08
szkb_08
Stück über flächendeckendes Phänomen Drucken E-Mail
Montag, 9. August 2010
63freiburghaus_inti

In einem Monat startet das Theater Duo Fischbach in die nächste Saison. Zum Auftakt steht Theaterbesitzer Peter Freiburghaus mit einem eigenen Stück auf der Bühne. Obwohl er dort gar nie hin wollte.




pd. Peter Freiburghaus ist Fischbach. Ernst Fischbach. Seit über 20 Jahren verkörpert er auf der Bühne den männlichen Part des wohl bekanntes-ten Schweizer Komiker-Duos. Und das, obwohl er gar nie auf die Bühne wollte.
«Das Schreiben hat mir immer besser gefallen», sagt der 63-Jährige und fügt schmunzelnd an: «Nur hat mich das Schicksal immer wieder auf die Bühne geschubst.»

Einmal mehr ungewollt auf der Bühne gelandet

So auch im aktuellen Fall. Für die Inszenierung seines selbstgeschriebenen Solo-Stücks Der Dilettant (siehe Box) hatte Freiburghaus für sich ursprünglich die Rolle des Regisseurs vorgesehen. Nach mehreren Proben mit einem Schauspieler kristallisierte sich jedoch heraus, dass das Stück nicht so funktionieren würde, wie Freiburghaus es sich vorgestellt hatte. Er sprang selber in die Bresche – und fand sich einmal mehr auf der Bühne wieder.
Die Regie übergab er Jean Grädel, der das Duo Fischbach bereits beim Best Of unterstützt hatte. Und erntete mit der eigenen Verkörperung des ach so typischen Zeitgenossen an der Uraufführung im Casino Winterthur beste Kritik.

Aus dem Leben gegriffen
Das Stück, das Freiburghaus als «Hommage an die lieben Freunde mit der grossen Klappe» bezeichnet, hat reale Vorbilder. Sie entstammen seinem grossen Bekanntenkreis. Einige Exemplare jener Leute, die es «zu wenig gebracht haben und trotzdem arrogant sind», gaben die Vorlage für den Protagonisten.
Das Phänomen jedoch ist allgegenwärtig: Einen Dilettanten, der am liebs-ten allen anderen die Schuld an seinem Versagen gibt und viel mehr erreichen würde, wenn bloss die anderen nicht wären, kennen wir doch alle – wenn wir es nicht sogar selber sind. «Bei der Probeaufführung bekam ich von vielen Zuschauern die Rückmeldung, dass sie sich selber im Stück wiedererkannt haben», erzählt Freiburghaus, der seinem Publikum den Spiegel vorhält, ohne zu belehren.



Stückkritik: Bestechendes Solostück

Peter Freiburghaus spielt im Stück Der Dilettant einen abgehalfterten Werber, der sich uns als Tausendsassa vorstellt, von dessen Genialität alle seine Mitmenschen profitiert haben sollen.

pd. Aber wie das so ist mit den wahren und vermeintlichen Genies: Viele von ihnen werden zu Lebzeiten nicht erkannt. Auch Freiburghaus Werber fühlt sich von seiner Umwelt verkannt, und so will er sie damit bestrafen, dass er sich vor die Füsse seiner Freunde und Verwandten stürzt, die er in ein Restaurant geladen hat. Über diesen Abgrund, in den sich seine Figur stürzen will, balanciert Freiburghaus mit bannender Sicherheit: Er unterhält uns mit den Episoden aus dem Leben seines Werbers und den zahlreichen Denunziationen, die seine Figur per E-Mail an seine Freunde und Verwandte und als Kopie immer auch an die Denunzierten selbst schickt, und stürzt nie ab in tragische Depression.

Kein Schenkelklopferhumor
Bestechend sind vor allem die Schattierungen von Freiburghaus Humor, die von der hellen Heiterkeit bis in die Tiefen des schwarzen Humors hinabreichen, und dass seine Komik unterschiedliche Tempi kennt: Vom treffsicheren Schnellschuss bis hin zur allmählich ihre Wirkung entfaltenden Sickerpointe finden wir alles. Freiburghaus weist sich als grosser Bühnenkünstler aus und unterscheidet sich auf wohltuende Weise vom Mainstream des Schweizer Schenkelklopferhumors.

Quelle: Tagesanzeiger

 
< Zurück   Weiter >
[ Zurück ]
fusszeile