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Studie soll Richtung weisen Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. Juni 2010
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Steigende Passagierzahlen und höherer Betriebsertrag erfreuen die Verantwort-
lichen der Luftseilbahn Küssnacht – Seebodenalp. Jedoch wissen sie, dass dies noch nicht ausreicht, um die Bahn längerfristig zu sichern. Eine Studie der Fachhochschule Luzern für Wirtschaft soll nun die Richtung weisen.





kre. Für einmal gelangten die 26. Aktionäre mit ihrer Bahn zur 58. Generalversammlung der Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp AG. So fanden sich am Montagabend 1033 von 4400 Aktienstimmen im Hotel Rigi-Seebodenalp ein. Alle sachlichen Geschäfte wurden einstimmig genehmigt, so das letztjährige Protokoll, die Jahresrechnung 2009 und auch die Verwaltungsratsmitglieder wurden entlastet und im Amt bestätigt.

Positive Jahresbilanz 2009
In seinem Jahresrückblick zeigte Verwaltungsratspräsident Benno Barmettler auf, dass mit dem Jahr 2009 ein möglicher Aufschwung begonnen hat. Nicht nur die Passagierzahlen konnten um 23 Prozent erhöht werden, sondern auch das Betriebsergebnis zeigte schwarze Zahlen (siehe Kasten). Dies führte dazu, dass per 31. Dezember 2009 mit CHF 11854 ein positives Ergebnis auf die neue Rechnung übertragen werden konnte. Benno Barmettler bedankte sich bei den Aktionären, dass das Geld weiterhin der Bahn zur Verfügung steht und nicht ausbezahlt werden musste.

 Als Gründe für den Passagierzuwachs fügte er den schönen Sommer und die Zusammenarbeit mit der Luzerner und der Schwyzer Kantonalbank an sowie die Beteiligung an Anlässen, welche auf der Seebodenalp stattfanden. Dies waren unter anderem die Waldweihnacht in der Holderenhütte oder das Bergrennen.
Leider stand die Seilbahn im August und November je eine Woche still auf Grund eines technischen Defektes.

Wechsel in der Betriebsleitung

Es wurde auch Abschied genommen der GV. Erich Küttel hat nach 15 Jahren als technischer Leiter gekündigt. Als neuer Mann an den Knöpfen wurde Beat Baggenstos aus Gersau vorgestellt. Er übernahm per 1. Juni die Seile. Ihm zur Seite steht Paul Annen aus Immensee als Freischaffender.

Seilbahn auf Kurs bringen
Was die Anwesenden jedoch am meisten interessierte, war das Vorgehen der nächsten Jahre. Im 2017 läuft die Konzession des Bundesamts für Verkehr aus und die Seilbahn muss erneuert werden. Dies ist aber mit grossen Kosten verbunden. Eine neue Bahn mit entsprechender Infrastruktur wird zurzeit auf CHF 8 Millionen kalkuliert.

Dies beinhaltet die neue Bahn mit einer Kapazität von 25 – 35 Personen, neue Masten und eine neue  Tal- und Bergstation. Nicht einberechnet wäre der Bau eines nahen Parkhauses. Benno Barmettler weiss, dass die Kosten tiefer ausfallen sollten. «Ansonsten können wir neben der Strasse nicht existieren. So oder so müssen wir 2013 die Finanzierung angehen, uns um Sponsoren kümmern und mit dem Bezirk Kontakt aufnehmen.»

Fakten aufgereiht
Damit sich der Verwaltungsrat ein umfassendes Bild über die Ausgangslage und die Zukunft machen konnte, erstellten Studierende der Fachhochschule für Wirtschaft in Luzern einen Businessplan für die Realisierung einer neuen Seilbahn. Die Studierenden stellten fest, dass die Luftseilbahn gegenüber der Strasse auf die Seebodenalp im Nachteil ist.

Zudem sei der hohe Investitionsaufwand von CHF 8 Millionen auch mit Risiken verbunden. Weiter hielten sie fest, dass es nicht gesichert sei, dass die Konzession vom Bundesamt für Verkehr auch erteilt würde. Weiter müsse bei Neubauten auch mit Einsprachen gerechnet werden. Und die benötigte Verdoppelung der Passagierfrequenz zur Kostendeckung sei unrealistisch.

Mögliche Lösungen
Die Studierenden erstellten 21 mögliche Massnahmen, um das Projekt Seilbahn 2017 abzusichern. Unter anderem zeigten sie auf, dass es nötig wäre, Zusatzleistungen zu erbringen und sich nicht nur auf das reine Befördern zu konzentrieren. Es benötige auch ein Werbekonzept, aus dem klar herauskomme, wo die Seilbahn ihre Passagiere holt und wer sie ansprechen möchte.

Weiter müssten die Fahrpreise wettbewerbsfähig bleiben. Sie räumten auch ein, dass bei Neubauten schon früh mit möglichen Gegnern das Gespräch gesucht wird, um Einsprachen zu verhindern. Denn eine Einsprache kann das Bauprojekt je nachdem um ein Jahr verzögern.Und schlussendlich rieten sie dem Verwaltungsrat, das aufgezeigte Finanzierungskonzept umzusetzen. Die Arbeit umfasst ganze 71 Seiten und steht dem Verwaltungsrat als internes Papier zur Verfügung, um selektiv Massnahmen in Arbeitsgruppen einzubringen.

Zusammen nach oben
Doch zuerst muss entschieden werden, wie die Seebodenalp in Zukunft erreicht werden soll. In einer Arbeitsgruppe versuchen zurzeit Vertreter der Seilbahn, Korporations-
mitglieder, Vertreter der Restaurants auf der Seebodenalp und Vertreter des Bezirksrates unter Mitarbeit eines externen Coaches ein Nutzungs- und Tourismuskonzept auszuarbeiten. Dies soll schlussendlich in einem Transportkonzept zum Ausdruck gebracht werden.

Parallelen zum Hockstuckli
Der Fall Seebodenbahn liegt ähnlich wie jener der Stucklibahn. Auch da musste seinerzeit eine alte Bahn erneuert werden und auch da stand die Strasse in Konkurrenz. Heute jedoch ist das Hochstuckli ein sehr gut florierendes Ausflugsgebiet. Und dies möchten alle auf der Seebodenalp auch anstreben.
Im Stuckli hat sich eines gezeigt: Es gingen lange Gespräche voraus, bis sich alle Interessenvertreter gefunden hatten. Aber ist dies einmal der Fall, kann gemeinsam etwas Erfolgreiches entstehen.
 
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