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Montag, 24. August 2009
67rigichallenge1

Zum ersten Mal seit 1988 kickten am Samstag 16 Mannschaften in Küssnacht um den Grümpi-Pokal. FS-Reporterin Simone Ulrich wagte den Selbstversuch.
Getreu dem Motto:  Dabei sein ist alles.



su. Samstagmorgen, 8 Uhr. Ein flüchtiger Blick aus dem Fenster: Es regnet nicht. Tja. Ein tiefer Seufzer beim Kaffee, mit dem ich den Tag in Angriff nehme. Angreifen. Die Devise des Tages. Die einzige Chance unserer Grümpi-Mannschaft, die zu 90 Prozent aus Mädels besteht, die beim Anblick ihrer beton-wadigen Gegner lieber türmten als stürmten. Trotz latenter Ballphobie, aber wohlwissend, dass Frauengoals doppelt zählen, bleiben wir trotz muskulöser Konkurrenz bei unserer simplen Taktik: Alles auf Angriff.

Gegner hatten Mitleid
Schnell merke ich, dass die Ambitionen unserer Frauentruppe unter dem Durchschnitt der Antretenden liegen. Während sich andere Mannschaften aufwärmen und einkicken, reduziert sich unsere Vorbereitung auf die Montur des Mannschaftsdress. Also rum mit dem pinken Haarband und raus auf den Platz. Vergebens versuchen wir dort noch immer, unseren Goalie aus dem Bett zu klingeln. Der Tag fängt ja gut an. Wenigstens für ihn, der noch die Bettdecke um sich geschlungen hat, während wir bei unserer ersten Partie – immerhin bei angenehm frischen Temperaturen – einem Ball hinterher hetzen, ohne ihn kaum zu berühren. Kurz vor Schluss und beim Zwischenstand von 0:5 geschieht das Unglaubliche: Wir machen ein Tor. Ja, gut. Ich gebe es zu: Eigentlich landete der abgeprallte Lattenschuss auf und nicht hinter der der Torlinie – er zählte trotzdem als Goal. Dank dem Goodwill des Schiris. Und dem Mitleid unserer Gegner.

Erfolge stellen sich ein
Eine knappe Stunde später steht unser zweites Spiel an. Inzwischen hat auch unser zweiter männliche Fussballer, den wir aus Effretikon zu uns ins Team geholt haben, den Zug erwischt und macht – trotz wenigen Stunden Schlaf – etwas Druck vor dem gegnerischen Tor. Während unser Goalie nach wie vor in den Federn liegt, liegen wir bereits 2:0 hinten. In einem Anflug von Ehrgeiz erkämpfen wir uns immerhin die eine oder andere Torchance. Verwertet haben wir keine. Nach 13 langen Minuten ertönt der ersehnte Schlusspfiff. Schliesslich heisst es für ein letztes Mal: Kräfte sammeln. Beim dritten Gruppenspiel gegen das gemischte Pub-Team erhoffen wir uns doch noch die Chance, erfolgreich vom Platz zu ziehen. Und tatsächlich: Dank fussballtechnisch gewandten Kollegen, die uns als Auswechselspieler unterstützen, tragen wir einen Sieg vom Platz. Obwohl – oder gerade weil – der Grossteil unserer Stammspielerinnen auf der Bank sitzt.

Aufgeschürfte Knie, angekratztes Selbstvertrauen
In der Mittagspause verweist der Speaker auf die Regel, dass die Spieler nur für eine Mannschaft antreten können. Das vormittägliche Hier-und-dort-Aushelfen sei nicht erlaubt und ziehe eine Disqualifikation nach sich. Das wollen wir natürlich nicht riskieren. Lieber gehen wir mit unserem eigenen, erhobenen Haupt unter.
Im Achtelfinal, welches rein rechnerisch natürlich alle der 16 Mannschaften und somit auch wir erreichen, ist dann prompt auch Endstation. Zwar geben wir vollen Einsatz. Ausser aufgeschürften Knien und angekratztem Selbstvertrauen können wir aber nichts verbuchen. «Spass hat es trotzdem gemacht», reden wir uns nach unserem frühzeitigen Ausscheiden gegenseitig ein. Und sprechen davon, nächsten Sommer gemeinsam zu trainieren. Damit wir unseren Einzug ins Achtelfinale bestätigen können. Auch wenn sich nächstes Jahr mehr als 16 Teams anmelden sollten.
 
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