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Tourismus-Studenten erarbeiten Konzepte Drucken E-Mail
Donnerstag, 7. April 2011
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Der Weg ist das Ziel. Das gilt bei der Seebodenalp aber erst, wenn das Ziel definiert wurde. Deshalb haben Studenten der Internationalen Schule für Touristik die Aufgabe,
Konzepte zur Nutzung auf der Seebodenalp zu gestalten.






avd. Über ein Jahr ist es her, seit der FS über die künftige Erschliessung der Seebodenalp berichtet hat. Damals gründete der jetzige Bezirksammann Stefan Kaiser eine Kommission mit Vertretern des Vereins Skilift Seebodenalp, Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp AG, der Korporation Berg und Seeboden, der Tourismusvereine, Anwohner und Restaurationsbetreibern.

Bekanntlich liegt die Interessenlage bezüglich der Erschliessung über die Strasse oder die Seilbahn bei den Beteiligten teilweise weit auseinander. Deshalb konzentriert sich die Kommission in erster Linie nicht auf die Erschliessung, sondern auf die touristische Entwicklung des Küssnachter Hausbergs.

«Gute und konstruktive Stimmung»
Vorsitzender der Kommission ist Harry-Louis Beringer. Er stammt aus Küssnacht, ist bezüglich der Erschliessung aber neutral, und er kennt sich im Verkehrswesen und im Tourismus aus. An der ersten konstituierenden Sitzung wurde er von den Kommissionsmitgliedern zum Vorsitzenden ernannt. Dies war vor gut einem Jahr. Seither haben vier Kommissionssitzungen stattgefunden. «Es herrscht eine durchwegs gute und konstruktive Stimmung», sagt Beringer.

Ihm zur Seite steht Tourismus-Experte Peter A. Keller, der im direkten Kontakt mit der Internationalen Schule für Touristik aus Zürich; doch dazu später mehr. Als Vertreter des Bezirksrats hat Statthalter Michael Fuchs in der Kommission Einsitz, «hauptsächlich als Bindeglied zum Bezirksrat», wie er betont. Auch Fuchs kann von einer hervorragenden Stimmung in der Kommission berichten.

Bisher keine zusätzlichen Kosten
Sämtliche Kosten aus den Jahren 2006 bis 2011 konnten bisher über das Budget von 50000 Franken gedeckt werden, das an der Bezirksgemeinde vom Herbst 2005 für die Erstellung eines Transportkonzepts für die Seebodenalp gesprochen wurde.
Auch wenn das Transportkonzept wegen der Entwicklungskonzepte vorläufig keine Priorität mehr hat – es wurde nicht in die Schublade gesteckt. «Auf gewissen Punkten kann man aufbauen», weiss Harry-Louis Beringer.

In einer späteren Phase sei es nicht auszuschliessen, dass ein weiteres Budget gesprochen werden muss; allerdings weiss bis dahin die Bevölkerung um genauere Details Bescheid und kann sich sicher sein, dass alle Beteiligten am gleichen Strick ziehen. «Die wichtigste Voraussetzung dafür ist die Priorität der Entwicklung auf der Seebodenalp vor der Frage der Erschliessung über die Strasse und/oder die Seilbahn», sagt Peter A. Keller. So sei es durchaus denkbar, dass später sowohl die Strasse als auch die Seilbahn ihre Berechtigung hätten.

Drei Gruppen haben freie Hand
Die Kommission entschied sich für eine Zusammenarbeit mit der Internationalen Schule für Touristik (IST) in Zürich. So profitiert die Kommission von unabhängigen, unverbrauchten Ideen und die Studenten können sich dem Thema Projektmanagement in praktischer Weise nähern.

Die Internationale Schule für Touristik  ist eine höhere Fachschule für Tourismus und wird von der Besitzerin Hanna E. Rychener geführt. «Es gab durchaus andere Schulen, die sich für eine Zusammenarbeit mit uns interessiert haben», sagt Peter A. Keller, «doch die IST hat einen hervorragenden Ruf.»

Drei Gruppen à fünf und sechs Studenten setzen sich intensiv mit der Seebodenalp auseinander. Dabei müssen sie bei der Konzepterstellung folgende Punkte berücksichtigen: die Erschliessung über die Bahn ebenso wie über die Strasse, die Beibehaltung einer naturnahen Zone und somit die Entwicklung eines sanften Tourismus sowie die Definition von qualitativen und quantitativen Zielen. Ansonsten haben die Studenten freie Hand. So entschied sich eine Gruppe für eine Umfrage.

Konkrete Ideen der Studenten konnten weder Beringer noch Fuchs oder Keller verraten. Nächste Woche findet in Küssnacht eine Projektwoche mit den drei Gruppen statt. «Die Studenten werden im Mehrzweckgebäude Kreuzmatt untergebracht», sagt Harry-Louis Beringer. In der Projektwoche steht zum Beispiel die gemeinsame Besichtigung der Seebodenalp auf dem Programm. Heute Freitag in einer Woche werden die Gruppen ihre Konzepte der Kommission präsentieren.

Noch genügend Zeit

Nach der Präsentation haben die Gruppen noch bis am 30. Juni dieses Jahres Zeit, ihre Konzepte zu überarbeiten. Die Kommission wird die Konzepte genau studieren und die wichtigsten Punkte herausstreichen. «2012 haben wir schon sehr klare Vorstellungen, wie sich die Seebodenalp künftig touristisch entwickeln wird», sagt Beringer.

Dass die Konzession der Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp im Jahr 2017 ausläuft, haben die Kommissionsmitglieder im Hinterkopf: «Auch wenn es drängt, aus unserer Sicht bleibt noch genügend Zeit, konkrete Massnahmen zu erarbeiten», sagt Statthalter Michael Fuchs. Man wolle lieber handfeste und breit abgestützte Lösungen präsentieren, statt Schnellschüsse zu produzieren.

Dass sich der Bezirk als Eigentümer der Seebodenstrasse zurücknimmt, hat gute Gründe, wie Fuchs erklärt: «Die Zukunft der Seebodenalp hängt von den gemeinsamen Visionen aller Beteiligten ab.» Die ersten Schritte dazu hat die Kommision bereits eingeleitet. Die Studenten der IST sind sich der Mitverantwortung durchaus bewusst. «Trotzdem überwiegen bei ihnen die Freude und der Tatendrang», weiss Peter A. Keller, der mit der Rektorin und den Gruppen im ständigen Kontakt steht.

Jeden Tag kursieren Newsletter, in denen die Gruppen ihre Fortschritte dokumentieren. Ihnen stehen für ihre Arbeit umfangreiche Unterlagen zur Verfügung. Auch auf Kontakte der verschiedenen Verbände auf und um die Rigi können die Studenten zugreifen.
Die Kommission freut sich jedenfalls sehr auf die Konzepte.
 
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