| Vier Frauen standen in Börnis Kritik |
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| Donnerstag, 10. November 2011 | |
![]() Die Solokünstlerin Margrit Bornet zeigte am Samstag vier Frauen zum Preis von einer. Am meisten amüsierte sie das Publikum in ihrer fünften Rolle: Als Mann. su. Der Samstagabend im Theater Duo Fischbach begann mit einem wirren Traum. Fry halluziniert von der grossen Karriere im Scheinwerferlicht. Erst das Telefonklingeln holt die Grossmutter des Vierfrauenhaushaltes zurück auf den Boden der Realität in Zürich-Oerlikon. Geweckt wird sie von ihrer Tochter Sandra, deren Stimme – Bornets Stimme – über einen Einspieler ertönt. Und schon tun sich vor den Ohren des Publikums erste Einblicke ins Zusammenleben der Arbeiter(innen)familie auf. Was tun, Mike Shiva? Als Sandra am Telefon von ihrer verliebten Tochter Susi erzählt, hört man sie zwischen den Zeilen ganz deutlich sagen, dass sie das auch gern wäre. Kein Versuch ist Sandra zu wider, kein Telefonat in Mike Shivas Studio zu teuer, um ihr Ziel zu erreichen. Und dennoch: Sandras ebenso kreative wie leidenschaftslose Versuche, sich einen Partner zu angeln, scheitern kläglich. Weder als Halterin eines (imaginären) Hundes noch als ungeschickt melkende Bäuerin sucht Mann knüpft die überdrehte Coiffeuse neue Kontakte. Ähnlich erfolglos bleibt Fry, die Grossmutter, in der Realisierung ihres Traums vom grossen Erfolg. Als Madame Balloni, die alle Tiere knoten könne («Säg, was dwetsch! En Haas? Denn mach ich diär en Hund») misslang ihr das bisher. Nicht, weil es ihr an der Technik mangelte, sondern – noch schlimmer – an der Puste, um die hartnäckigen Ballons aufzublasen. Geschlechterwechsel in der Pause Zur älteren Generation der Frauenfamilie gesellen sich Susi, eine verschämte Teenagerin, die wahlweise von ihrem Freund Leon schwärmt oder Vorträge über Justin Bieber hält sowie die siebenjährige Gina, das autistische Nachzüglerli von Fry, die – gentechnisch richtig, aber aller Logik zum Trotz – Susis Tante ist. Doch damit den Absurditäten nicht genug: Neben den bereits etablierten Frauenfiguren schlüpfte Margrit Bornet in ihrem zweiten Soloprogramm auch in eine Männerrolle. Die zweite Programmhälfte eröffnete die Künstlerin überraschend aus den Reihen der Zuschauer, welche immer mehr verstummten, je mehr erkannten, dass sich Bornet unter Fettanzug und Schnauz verbarg. «Spiel ist einfach, lustvoll, präzise» Der ständig nörgelnde Berufskritiker Börni mit der nervtötend hohen – da ja Bornets – Stimme, der sodann als fünfte Figur auf die Bühne trat, hätte an der Zürcherin kein gutes Haar gelassen. Da sich der FS jedoch lieber auf etablierte Profis verlässt, stimmt die Redaktorin eher den Kollegen der Sonntagszeitung zu, die Margrit Bornet im Sommer auf Platz 4 der besten Schweizer Kabarettisten gewählt und ihr einen «soziologischen Scharfblick und beissenden Sprachwitz» attestiert hatten und bestätigt gerne, dass Bornets Spiel – wie Radio DRS 1 so schön sagte – «einfach, lustvoll, präzise und voller feiner Zwischentöne» sei. Auch wenn Börni da anderer Meinung sein möge. |
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