| Wo Mythos und Leben hervorquellen |
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| Donnerstag, 11. November 2010 | |
![]() Wie durch Zufall gibt der Chlausenbrunnen für die Betrachter stetig eine andere Stimmung wieder. Alles andere als zufällig ist der Brunnen gestaltet, wie Architekt Heinz Hüsler erklärt. avd. Als der Küssnachter Architekt Heinz Hüsler vor zwei Jahren die ersten Skizzen anfertigte, wusste noch nicht einmal er, wie der Chlausenbrunnen aussehen wird. Hunderte von Skizzen zeugen von der Formensuche. Nach und nach sprudelten konkrete Ideen aus seinem Kopf aufs Papier. Im Grundriss hat der Brunnen die Form eines Horns. Das wird am Chlaustag gebraucht und hat auch eine mythologische Bedeutung: Das Horn der Fülle steht für Leben. Da auch Wasser Leben symbolisiert, war für Hüsler klar, dass das Wasser aus dem Horn quellen soll. «Das Chlausjagen soll ja einerseits die Dämonen vertreiben und stellt andererseits die Sehnsucht nach Licht in der dunklen Zeit, dem Wiederentdecken des Lebens dar», sagt Heinz Hüsler. Licht und Schatten Das Wasser wird in einem Becken aufgefangen. Dieses dient auch als natürlicher Abstandshalter für die Betrachter. Derweil konkretisierte sich bei Hüsler die Idee, Chlausjägerfiguren zu beleuchten. Das nunmehr dreidimensionale Horn bot dafür eine ideale Projektionsfläche. Fast schon organisch wechseln die Farbstimmungen der roten, blauen und weissen Lampen und symbolisieren das Wechselspiel der Iffelen von Licht und Schatten. «Hier kommt wieder das mythische Element zum Tragen. In jedem Augenblick hat der Brunnen eine andere Aussage», erklärt Hüsler. Der Brunnen zeigt ein Tages- und ein Nachtgesicht. Am Tag spielt das Sonnenlicht mit den Figuren und am Abend übernimmt die Technik das Licht- und Farbenspiel. Die Aufgabe hat ihn gefunden Lange war unklar, ob überhaupt ein Brunnen gebaut wird. Ein Projektwettbewerb hätte über eine Gesamtgestaltung der Chlausjägergasse entscheiden sollen. Da der Jury jedoch nur das Projekt Schattenzüge von Nicolas Wittwer und Thomas Baggenstos gefallen hatte, wurde die Gestaltung des Brunnens erstmal auf Eis gelegt. «Das mit dem Brunnen liess mir jedoch keine Ruhe», erinnert sich Heinz Hüsler, «Man kann sagen, die Aufgabe hat mich gefunden.» Also begann er fast wie besessen Skizzen anzufertigen. Als die Idee feststand, stellte er sie der Wasserversorgung Küssnacht Genossenschaft (WKG) und der St. Niklausengesellschaft vor. Mit Erfolg. Viel Aufwand, viele Beteiligte Heinz Hüsler konnte als Architekt nicht alleine den gesamten Brunnen bauen. Ein Team von Experten zeichnen für die Ausführung mit verantwortlich. Die Glas Reinhard AG fertigte gemeinsam mit der Firma Metallbau Baumann, beide aus Kriens den Metall-/Glaskörper, das EWS war verantwortlich für Strom und Elektroinstallationen, die Art Light GmbH aus St. Gallen sorgte sich gemeinsam mit der Firma Mextar um das Lichtkonzept, die Schmidlin Reklamen aus Ebikon laserten die Chlausjägerfiguren, die Vanoli AG fertigte das Fundament und die Josef Ulrich AG baute die Wassertechnik. Neben der WKG und der Volker-Goertz-Stiftung wirkten einige der involvierten Firmen als Sponsoren; HWP Architekten inklusive. «Das ist ein gemeinsames Werk», stellt Hüsler klar, «das trotz grossem Aufwand den Steuerzahler nichts kostet.» Innehalten und Geniessen Dafür wird der Öffentlichkeit viel geboten. Der Brunnen stellt laut Heinz Hüsler einen besonderen Reiz für den Betrachter dar. Darüber hinaus wird der eigentliche Zweck nicht vergessen. Denn in erster Linie stellt der Brunnen mit separater Wasserspeisung die Wasserversorgung sicher. Zudem sorgen Wasserhahnen für die Erfrischung von Passanten. Die Hommage an das Chlausjagen ist quasi das Tüpfelchen auf dem i. Für Heinz Hüsler, der üblicherweise Häuser plant, Räume gestaltet und Möbel kreiert, ist der Bau des Brunnens ein persönlicher Höhepunkt. «Egal, um welches Projekt ich mich kümmere, die Gesamtgestaltung ist immer ein zentrales Anliegen », sagt der Architekt. Das sei bei diesem Brunnen nicht anders. «Auch ist es ein schönes Gefühl, mit dem Brunnen dem Chlausjagen eine Ehre zu erweisen.» Hüsler ist sehr gespannt, wie der Brunnen von der Bevölkerung aufgenommen wird: «Es lohnt sich, innezuhalten das Spiel von Licht und Schatten zu beobachten und den Brunnen für sich zu entdecken.» |
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