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Zwischen Schule, Eltern und Jugendlichen Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. Januar 2011
04schulsozialarbeit




Auf Anfang dieses Jahres wurde die Schulsozialarbeit auf 100 Stellenprozente aufgestockt. Diese teilen sich Lisa Gabriel Rucki und Stefan Heinzer.








avd. Es ist ein bekanntes Phänomen:  Heutzutage arbeiten oft beide Elternteile. Deshalb muss die Schule mehr erzieherische und soziale Aufgaben wahrnehmen als früher. Damit nicht alles bei den Lehrpersonen hängen bleibt, haben die Bezirksschulen reagiert. Roman Lang, Leiter der Fachstelle für Gesellschaftsfragen, stellte beim Bezirksrat den Antrag, zwei neue Fachkräfte einzustellen, die sich 100 Stellenprozente aufteilen.

Herr Lang, mit Lisa Gabriel Rucki und Stefan Heinzer wurden eine Frau und ein Mann eingestellt. Absicht oder Zufall?
Roman Lang: Das war eine Bedingung. Denn vor allem in der Ober-
stufe kommen Mädchen und Jungs mit geschlechterspezifischen Problemen zur Schulsozialarbeit. Diesem Umstand tragen wir nun Rechnung.

Was sind überhaupt Ihre Aufgaben?
Stefan Heinzer: Einerseits unterstützen wir die Lehrpersonen bei präventiven Aktionen. Andererseits sind wir wäh­rend der Schulzeiten für die Anliegen der Jugendlichen da.

Welche Anliegen sind das?
Roman Lang: Zu 50 Prozent sind dies Probleme aus dem privaten Umfeld der Jugendlichen und zu 50 Prozent sind es schulische Probleme. Im privaten Bereich spielen Pubertät, der Ablösungsprozess von den Eltern oder kulturelle Differenzen eine Rolle. Im schulischen Bereich sind es Konflikte mit anderen Schülern, Schulmüdigkeit, Gefühle von Benachteiligung des Lehrers oder Leistungsdruck. Oft sind auch familiäre Probleme Auslöser schulischer Schwierigkeiten. Dies zu erkennen ist eine Aufgabe der Schulsozialarbeit.

Welche Rolle spielen die Eltern und die Lehrer?
Lisa Gabriel Rucki: Eltern spielen eine grosse Rolle. Häufig geht es für uns darum, zu vermitteln. Dabei nehmen wir weder die Position der Jugendlichen noch jene der Eltern oder Schule ein.
Stefan Heinzer (schmunzelt): Höchstens jene der Lösung. Jedenfalls werden die Lehrpersonen beigezogen, wenn sie zur Lösung des Konflikts beitragen können. Anlaufstellen für persönliche Probleme der Lehrer gibt es jedoch andere.

Wie muss man sich solche Gespräche vorstellen?
Lisa Gabriel Rucki: Das ist natürlich sehr individuell. Grundsätzlich sind die Ratsuchenden oft frustriert und wissen nicht mehr weiter. Hier können wir Lösungswege aufzeigen oder die Jugendlichen motivieren, etwas durchzustehen.
Stefan Heinzer: Die Schulsozialarbeit befiehlt nicht, sondern erteilt nur Ratschläge. Meistens geht mit wenig Beratung schon viel. Eine weitere Aufgabe ist es, zu erkennen, wann eine spezialisierte Fachstelle aufzusuchen ist. Hier begleiten wir die Jugendlichen zur externen Fachperson. So lernen sie, Hilfe zu suchen und anzunehmen, wenn sie sie benötigen.
Lisa Gabriel Rucki: Schliesslich geht es darum, die Jugendlichen für die Schule fitzumachen, damit sie maximal von der Schule profitieren können.

Seit gut einer Woche sind Sie nun in Küssnacht. Was haben Sie schon gemacht und welches sind die nächsten Schritte?
Stefan Heinzer: Wir haben uns bereits bei den Lehrpersonen vorgestellt und wurden durchs Rathaus geführt. Im nächsten Monat werden wir uns allen Schülerinnen und Schülern vorstellen.
Roman Lang: Weil es eine frisch ausgebaute Institution ist, braucht es viel Vorbereitung und Organisation. Zum Beispiel soll die Schulsozialarbeit regelmässig in allen Schulhäusern des Bezirks präsent sein.
Lisa Gabriel Stucki: Es ist sehr wichtig, dass wir präsent sind; zum Beispiel in den Pausen auf dem Pausenplatz.

Sich bei den Jugendlichen anbiedern geht aber nicht.
Stefan Heinzer: Das wollen wir auch nicht. Aber es gibt Ideen für Pausenplatz-Aktionen, an denen man sich freiwillig beteiligen kann. Überhaupt ist der Besuch bei der Schulsozialarbeit freiwillig, kostenlos, und wir unterstehen der Schweigepflicht.

Im Kanton in der Spitzengruppe
Die Schulsozialarbeit ist im Schulhaus Ebnet untergebracht, aber öffnet ihre Türen während der Schulzeit auch Kindern auf Primarstufe. Ähnliche Institutionen im Kanton gibt es in Brunnen und in Ausserschwyzer Gemeinden. «Wir sind im kantonalen Vergleich gut aufgestellt», sagt Roman Lang. In den umliegenden Luzerner und Zuger Gemeinden sind die Schulen diesbezüglich noch ein, zwei Schritte weiter.
Weitere Informationen zur Schulsozial-arbeit der Bezirksschulen Küssnacht unter: www.schulenkuessnacht.ch
 
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